Chronik | Österreich
25.07.2018

Verfolgungsjagd nach zehn Bier: Kärntner verurteilt

Der Mann hatte sich schwer betrunken ans Steuer seines Autos gesetzt und war in die Innenstadt von Villach gefahren.

Weil er sich am heurigen Osterwochenende eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hatte, ist ein 28-jähriger Villacher am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt verurteilt worden. Der Mann fasste eine Geldstrafe von 1.200 Euro und fünf Monate bedingte Haft aus. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Widerstand gegen die Staatsgewalt, versuchte schwere Körperverletzung, schwere Sachbeschädigung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit wurden dem Mann vorgeworfen. Er hatte sich in der Nacht auf Karsamstag schwer betrunken ans Steuer seines Autos gesetzt und war in die Innenstadt von Villach gefahren. "Ungefähr zehn Bier" hatte er zuvor getrunken, sagte der Mann in seiner Einvernahme durch Einzelrichterin Sabine Roßmann. "Dass Sie zu viel getrunken hatten war Ihnen also völlig klar? Und wieso haben Sie kein Taxi gerufen?", wollte die Richterin wissen. "Das wäre die beste Alternative gewesen", sagte der 28-Jährige.

In Panik geraten

Als er die Polizei gesehen hatte, sei er "in Panik" geraten: "Ich hatte Angst um meinen Führerschein, den brauche ich ja für meine Arbeit." "Und durch Ihr Verhalten ist die Situation dann besser geworden?", bohrte Roßmann nach. "Nein, viel schlechter", gab der Mann zu. 18 Monate Führerscheinentzug war die erste Folge der Fahrt.

Wie gefährlich diese war, kam im Prozess immer wieder zur Sprache. Der Polizist, der den Mann als erster aufhalten wollte, musste sich mit einem Sprung zur Seite retten. Die Flucht führte durch das Stadtgebiet von Villach und zahlreiche Neben- und Forststraßen. In der Zwischenzeit alarmierte Streifen errichteten mehrere Straßensperren, die der Mann mit seinem Geländewagen umfuhr - dabei touchierte er die Dienstwagen und gefährdete die Polizisten. An einer Sperre schoss ein Uniformierter zwei Mal auf die Vorderreifen des Rasers, dem die Flucht gelang. Er wurde schließlich zu Hause festgenommen.

"Sie haben Glück gehabt"

"So eine Fahrt, bei der eine Menge Menschen sterben hätten können, ist nicht zu bagatellisieren", sagte Roßmann, die auf die Vielzahl der Vergehen und die Menge an potenziellen Opfern ins Treffen führte: "Sie haben einfach nur Glück gehabt, dass nichts passiert ist." Auf der anderen Seite lagen in dem Fall einige Milderungsgründe vor. Bis zu diesem Vorfall war der Mann unbescholten, zur Tat bekannte er sich geständig. Außerdem hatte er bereits Schadenswiedergutmachung geleistet, sich bei allen Polizisten entschuldigt, Hilfe beim Verein Neustart gesucht und war zum ersten Mal alkoholisiert auffällig geworden. Der 28-Jährige nahm das Urteil, fünf Monate bedingt und 300 Tagessätze zu je vier Euro, an, Staatsanwalt Christian Pirker erklärte Rechtsmittelverzicht.