© Screenshot myfoxdc.com

USA
10/24/2013

Millionenstrafe nach tödlichem Alko-Unfall

Salzburgerin von US-Partygirl getötet. Bestraft wurde nun der Barbesitzer.

Drei Jahre nach dem Tod der damals 26-jährigen Salzburger Studentin Julia Bachleitner in den USA gibt es nun eine Strafe von einer Million Dollar – gegen den Besitzer der Adamas-Morgan-Bar in Washington. Grund dafür ist, dass der Alko-Lenkerin Chamica A., 25, in dem Nachtklub fünf Getränke innerhalb von 40 Minuten ausgeschenkt wurden. Das reichte dem Richter, um eine Mitschuld an dem darauf folgenden Promille-Crash zu sehen, berichtet die Washington Post.

1,8 Promille am Steuer

Es war der 8. September 2009, als A. den Abend dort verbrachte. Ein Freund sollte fahren, sie wollte trinken und feiern. Doch zwischendurch änderte das Partygirl seinen Plan und erklärte, sie würde gerne nach Hause fahren. Der Bekannte wollte noch abfeiern, deshalb stieg Chamica A. mit 1,8 Promille in den Dodge Charger. Sie kam nicht sehr weit, in einer Kurve verlor sie die Kontrolle und raste in eine Menschengruppe. Vier Menschen (darunter Melissa Basque, s. Foto) wurden teilweise schwer verletzt, die Salzburgerin Julia Bachleitner getötet. In A.’s Wagen wurde von der Polizei eine leere Flasche des Likörs Grand Marnier gefunden. Die Frau wurde deshalb auf Alkohol getestet und festgenommen.

Beim Prozess drohten ihr 30 Jahre Haft. Der Richter verurteilte Chamica A. dennoch „nur“ zu dreieinhalb Jahren (unbedingt) mit der Begründung, dass Alkohol am Steuer auch in Österreich nicht so hart bestraft werden würde, deshalb ließ er Milde walten.

Zuvor hatten Julias Zwillingsschwester und die Mutter – eine Salzburger Universitätsprofessorin – ausgesagt. „Ich bin eine Zwillingsschwester ohne Zwilling“, meinte ihre Schwester im Zeugenstand. Die Mutter hielt fast ein Plädoyer bei ihrer Aussage im „Superior Court“: „Ich komme nicht, um Rache zu fordern, sondern Gerechtigkeit. Ich habe durch diesen Unfall meinen Glauben an Gott verloren. Chamica A. hat endlosen Schaden über meine Familie gebracht.“ Über den Zivilrechtsweg hat die Familie 20 Millionen Dollar von Chamica A. eingeklagt.

Bericht auf myfoxdc.com aus dem Jahr 2011

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare