Unwetter in ganz Österreich
Aufgrund von starken Unwettern ist es am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag in mehreren Bundesländern zu vermehrten Feuerwehreinsätzen gekommen. In Kärnten wurden Straßen gesperrt. Aber auch in Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark, dem Burgenland, Vorarlberg oder Wien mussten die Einsatzkräfte wegen Überschwemmungen oder Sturmschäden ausrücken.
Wien
Zwischen 1.30 Uhr und 6.00 Uhr mussten die Einsatzkräfte insgesamt 127 Mal ausrücken, davon rund 100 Mal wegen des Unwetters, berichtete ein Pressesprecher.
Zu größeren Schäden kam es demnach in der Bundeshaupt nicht. "Wir mussten abgeknickte Äste und umgewehte Baustellengitter entfernen, außerdem gab es Auspumpeinsätze im kleineren Umfang", sagte der Sprecher. Der zweite Tag des Donauinselfests sei zu Beginn der Gewitter schon vorbei gewesen. In der Früh beruhigte sich die Lage wieder.
Steiermark
Gewitterzellen haben am Samstagnachmittag und in der Nacht auf Sonntag in weiten Teilen der Steiermark für kleinräumige Überschwemmungen, Murenabgänge, überflutete Keller und einen Brand nach einem Blitzschlag gesorgt. Dies teilten die Landespolizeidirektion und Feuerwehren am Sonntag mit. Die Aufräumarbeiten waren am Sonntag zum Teil noch im Gange.
In den Nachmittagsstunden des Samstags ging im Raum Winklern-Oberwölz (Bezirk Murau) ein schweres Unwetter mit Starkregen und massivem Hagelschlag nieder. Die Hagelkörner hatten der Feuerwehr zufolge bis zu zwei Zentimeter Durchmesser. Überschwemmte Wiesen und Straßen, abgegangene Muren vor allem im Bereich Sonnleiten waren die Folge. In der Siedlung Untere Schütt und in Mainhartsdorf mussten mehrere Keller ausgepumpt bzw. vom angeschwemmten Hagel befreit werden. Die Feuerwehren Oberwölz, Niederwölz und St. Peter am Kammersberg waren mit 80 Mann und acht Fahrzeugen mehrere Stunden im Einsatz, um verstopfte Durchlässe, überschwemmte Keller und Garagen freizulegen bzw. auszupumpen.
In der Weststeiermark entluden sich am Nachmittag ebenfalls heftige Gewitter über den Gemeinden im Pack- und Koralmgebiet. In der Obersteirischen Bezirkshauptstadt Bruck/Mur und der Umgebung liefen einige Keller voll. In der Nacht waren in der oberen Oststeiermark die Bereiche Vorau und Wenigzell (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) von kleineren Überflutungen betroffen, mehrere Feuerwehren standen im Einsatz.
In Ratschendorf (Bezirk Südoststeiermark) schlug gegen 19.15 Uhr vermutlich ein Blitz in den Dachstuhl eines Einfamilienhauses ein, der Brand konnte von der Feuerwehr gelöscht werden. Personen oder Tiere kamen nicht zu Schaden, die Höhe des Sachschadens war noch nicht abschätzbar, so die Polizei.
Oberösterreich
Ab 18.30 Uhr gingen die Meldungen in der Landesfeuerwehrzentrale ein. Bis 23.00 Uhr wurden dort fast 500 Schadensfälle gezählt. Großflächig kam es zu Stromausfällen - weshalb man zu Hochzeitsfeiern und Festen sogar mit Notstromgeräten ausrücken musste, so das Landesfeuerwehrkommando in einer Presseaussendung.
Neben den Einsätzen über Notruf wurden die Kameraden noch bei Hunderten Einsätzen benötigt, die ohne Alarm den Hilfskräften direkt vor Ort gemeldet wurden. Die Bezirke Rohrbach, Schärding, Wels-Land und das Salzkammergut waren am meisten betroffen. Überschwemmte oder vermurte Straßen, umgestürzte Bäume und überflutete Keller durch übergelaufene Bäche bildeten das Hauptspektrum der Einsätze in dieser Nacht. Es kam auch zu einigen Fehlalarmen: Anrufer hielten die zu dieser Zeit üblichen Sonnwendfeiern für Waldbrände, die von Blitzeinschlägen verursacht wären.
Allein im Bezirk Schärding waren 500 Mann im Einsatz. Der Parkplatz einer Veranstaltung musste evakuiert werden. In der Gemeinde Freinberg stürzte ein Baum auf ein Auto. Über Verletzte war nichts bekannt.
Eine Sturmböe entwurzelte auch in Wels einen Baum. Dieser fiel auf ein Einfamilienhaus. Der etwa 15 Meter hohe Baum drohte beim Eintreffen der Feuerwehr weiter umzustürzen. Ein Kettengehänge an einer Drehleiter fixierte den Baum, eher ein Kranfahrzeug ihn aufrichtete. Mit der Kettensäge konnte dann gefahrlos gefällt werden. Auch bei diesem Zwischenfall wurden keine Personen verletzt. Mehrere umgestürzte Bäume blockierten im Welser Stadtgebiet Verkehrswege. Ebenso mussten dort absturzgefährdende Äste abgeschnitten werden.
Auch im Burgenland haben heftige Gewitter haben für Überschwemmungen und blockierte Straßen gesorgt. Besonders betroffen waren die Bezirke Oberwart und Neusiedl am See. 15 Feuerwehren aus beiden Bezirken mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken, teilte die Landessicherheitszentrale der APA mit.
In den Abendstunden kam es in Pinkafeld (Bezirk Oberwart) zu einem heftigen Unwetter mit Starkregen und Sturmböen, berichtete die dortige Stadtfeuerwehr. Keller und Straßen waren überflutet, und mehrere Bäume knickten um. Ein Baum stürzte in einem Garten auf das Garagendach des Nachbarn. Verletzt wurde niemand.
Kurz nach Mitternacht verlagerte sich der Schwerpunkt der Unwetter auf den Bezirk Neusiedl am See. Auch hier kam es zu kleinräumigen Überschwemmungen und Sturmschäden, berichtete die Landessicherheitszentrale.
Kärnten
In Kärnten die Katschbergstraße (B99) blockiert bzw. ein Seitental der Lieser im Bezirk Spittal/Drau abgeschnitten worden. Die B99 musste aus Sicherheitsgründen bis zum Vormittag gesperrt werden, wie die Landespolizeidirektion mitteilte. Die im Pöllatal abgeschnittenen Menschen - zum Teil Wanderer - wurden von Hüttenwirten untergebracht.
Bedingt durch kleinräumige sehr starke Regengüsse im Gemeindegebiet von Rennweg am Katschberg kam es kurz vor 20.00 Uhr zu einer Verklausung des neben der B99 verlaufenden Katschbaches bei einer kleinen Brücke zu einem Forstweg. Dadurch wurde die Straße unterhalb der sogenannten „Teufelsreid“ mit Schotter und Schlamm verlegt. Weil die Situation bei den hochwasserführenden Zubringerbächen vorerst nicht abschätzbar war, blieb die Katschbergbundesstraße über Anordnung des Straßenbauamtes Spittal/Drau zwischen Katschberghöhe und Mühlbach für den gesamten Verkehr gesperrt. Eine Ausweichmöglichkeit bestand über die Tauernautobahn (A10) oder die Innerkremser Landesstraße (L19).
Nahezu zeitgleich trat ein Seitenbach des Lieserflusses über die Ufer, rund 1,5 Kilometer nach der Ortschaft Angern im Gemeindegebiet von Rennweg. Dabei blockierten Schlamm und Holz die einzige ins Pöllatal führende Straße auf einer Länge von rund 30 Metern massiv. Die Aufräumungsarbeiten konnten am Sonntag im Laufe des Tages erst nach einem Ortsaugenschein der Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung bzw. der Landesgeologie begonnen werden.
Rund 15 Personen befanden sich zum Zeitpunkt der Vermurung noch im Pöllatal. Für sie wurden durch die im Tal ansässigen Hüttenbesitzer Nächtigungsmöglichkeiten geschaffen. Die Feuerwehren Rennweg und St. Peter/Oberdorf waren insgesamt mit rund 30 Mann im Einsatz.
Gegen 22.00 Uhr wurde wegen heftigen Regens die Gemeindestraße Nöringgraben zwischen Eisentratten und Innernöring im Gemeindegebiet von Krems in Kärnten an mehreren Stellen durch weggespülte Erde, Bäume und Steine verlegt. Ein Räumdienst und die Freiwillige Feuerwehr Eisentratten standen mit zwei Fahrzeugen und rund 15 Mann im Einsatz. Hier musste ebenfalls eine Einschätzung durch Spezialisten vorgenommen werden, um die Straße wieder freigeben zu können.
Vorarlberg
Eine ausgelöste Mure hat am Samstag im Kleinwalsertal die Schwarzwassertalstraße auf einer Länge von etwa vier Metern verlegt. Weil die Straße knapp eine Stunde unpassierbar war, musste eine Wanderin mit dem Rettungshubschrauber „C8“ geborgen und ins Krankenhaus geflogen werden, berichtete die Polizei.
Die verlegte Straße wurde von der Feuerwehr unter Zuhilfename eines Radladers vom Geröll befreit. Anschließend wurden die Einsatzkräfte zu einer Reihe von Privathäusern in Riezlern und Hirschegg gerufen, um Keller auszupumpen, hieß es.
Ebenfalls im Kleinwalsertal wurde eine sechsköpfige Wandergruppe aus Deutschland bei einer Alpintour von der Fiderepasshütte zur Mindelheimer Hütte vom Schlechtwettereinbruch überrascht. Die sechs Wanderer im Alter von zehn bis 42 Jahren setzten einen Notruf ab, nachdem sie ihre Tour wegen des Starkregens, Hagels und der Blitzschlaggefahr nicht fortsetzen konnten.
Trotz der widrigen Witterungsbedingungen wurden die sechs vom Polizeihubschrauber „Libelle“ mit einem Tau aus ihrer misslichen Lage befreit. Der Hubschrauber flog die Gruppe zurück zur Fiderepasshütte. Verletzt wurde niemand.
Kommentare