Chronik | Österreich
06.06.2018

Unwetter: Erneute Murenabgänge, neue Gewitter drohen

Lage in steirischen Katastrophengebieten angespannt. Zahlreiche Feuerwehreinsätze im Bezirk Neunkirchen.

Die Lage in den beiden nach Unwettern zum Katastrophengebiet erklärten oststeirischen Gemeinden Waldbach-Mönichwald und St. Lorenzen am Wechsel war auch am Mittwoch angespannt: Am frühen Nachmittag regnete es erneut stark und kleinere Muren gingen in nicht bewohnten Bereichen ab. "Wir haben die Lage aber im Griff", sagte Thomas Allmer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr St. Lorenzen zur APA.

Bei manchen Böschungen in St. Lorenzen waren weitere Risse im Erdreich erkennbar. "Nun legen wir Planen auf und beschweren sie mit Sandsäcken", sagte Allmer. Etwa 20 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Manche Straßen waren nach neuerlichen Regenfällen wieder mit Schlamm überzogen. "Die Situation ist bei allen angespannt", meinte der Feuerwehr-Kommandant.

Etwas Entspannung gab es dagegen in Waldbach-Mönichwald: Feuerwehr-Kommandant Johannes Gruber zufolge wurden nach dem Unwetter vom Montag noch am Dienstag die gröbsten Schadensstellen abgearbeitet. Am Mittwoch habe es vorerst keine neuen Schäden gegeben, weshalb die Helfer eine Pause bekamen. "Wir sitzen aber auf Nadeln", so Gruber, denn am Nachmittag begann es auch dort wieder zu regnen.

"Die Böden können nichts mehr aufnehmen" 

Bagger von zivilen Firmen und die acht Wehren des Abschnitts schafften es in der Nacht, alle Straße von Muren freizubekommen. Die ebenfalls von Muren verlegten Häuser waren auch wieder einigermaßen zugänglich. An der Beseitigung der Verklausungen in der Lafnitz und den zuführenden Bächen wurde mit Hochdruck gearbeitet.

"Jeder weitere Regen könnte die Situation dramatisch werden lassen, die Böden können nichts mehr aufnehmen", hieß es aus dem Büro Schickhofer auf APA-Anfrage. Über der oberen Oststeiermark dürften sich laut Meteorologen wieder Gewitterzellen bilden.

 

Starkregen im südlichen NÖ

Im südlichen Niederösterreich ist am Mittwoch Starkregen niedergegangen, der zu mehreren Überflutungen geführt hat. Wie das Landesfeuerwehrkommando Niederösterreich mitteilte, war vor allem der Bezirk Neunkirchen betroffen. Eine Mure verlegte das Gleis der Aspangbahn im Bereich Höll. Heftige Gewitter gab es am Nachmittag auch in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) und im Bezirk Korneuburg.

In Olbersdorf drohte ein großer Möbelbetrieb überschwemmt zu werden. Der Feuerwehr gelang es, eine Überflutung der Hallen trotz Wassereintritts zu verhindern, so dass die Produktion weiterlaufen konnte. Das Werk wurde mit 24 Paletten Sandsäcken gesichert, die Wassermengen wurden mit acht Tauch- sowie einer Großpumpe abgepumpt. In dem Ort gab es zudem Verklausungen einer Brücke, ein Einfamilienhaus sei komplett überflutet und die EVN-Gasversorgungsleitung teilweise freigelegt worden.

Auch in Neunkirchen stand ein Keller unter Wasser, in Aspang waren zwei Häuser betroffen. Vermurungen bedingten eine Sperre der Aspangbahn. In Tauchen in der Gemeinde Mönichkirchen wurden ebenfalls mehrere Häuser überflutet. In Königsberg drohte ein Hausdach einzustürzen, außerdem wurde der Zaun eines Wildgeheges zerstört. Nach Angaben von NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger standen 22 Feuerwehren mit 245 Mitgliedern und mehreren Großpumpen, Baggern und Radladern im Einsatz.

In Klosterneuburg und im Bezirk Korneuburg kämpften sieben Feuerwehren gegen Unwetterschäden. Keller, Straßen und Parkplätze waren überflutet, in Klosterneuburg auch ein Hotel am Niedermarkt und ein Geschäft. Ins Gymnasium der Babenbergerstadt drang ebenfalls Wasser ein, die Einsatzkräfte rückten mit einem speziellen Sauggerät an, so Resperger.