Tödliche Überdosis: Freispruch für Arzt
Vier Jahre lang haben Sabine und Michael Hardt nach dem tragischen Tod ihres 23-jährigen Sohnes Dominique dafür gekämpft, die Vorkommnisse in einer Arztpraxis im Bezirk Baden ans Tageslicht zu bringen. Mit dem Gerichtsurteil von Dienstag endet die Hoffnung der Familie auf "ein wenig Gerechtigkeit". Der wegen fahrlässiger Tötung und Suchtgifthandel angeklagte Arzt (44) wurde (nicht rechtskräftig) freigesprochen.
Dominique war drogenabhängig und machte 2008 einen Entzug in der Landesnervenklinik Mauer-Öhling. Am 9. November, nur wenige Tage nach seiner Entlassung, starb der 23-Jährige in Pfaffstätten an einer Überdosis des Drogenersatzmittels Substitol. Es stellte sich heraus, dass er von dem angeklagten Arzt ein Rezept für insgesamt 90 Kapseln ausgestellt bekommen hatte.
"Eine viel zu hohe Dosis", so die Auffassung der Staatsanwaltschaft. Ein neu eingesetzter Gerichtssachverständiger kam jedoch zu einer anderen Expertise als sein Vorgänger und entlastet damit den Mediziner.
Auch zum zweiten Anklagepunkt wurde der mittlerweile in Wien tätige Arzt freigesprochen. Mehrere drogenabhängige Patienten hatten behauptet, dass es ein Leichtes gewesen sei, bei dem 44-Jährigen Drogenersatzmittel zu bekommen – und zwar für ein paar Geschenke. Dies konnte "nicht mit der für ein Strafverfahren nötigen Sicherheit" nachgewiesen werden, so die Richterin.
Kommentare