Chronik | Österreich
06.09.2018

Steirischer Opa nach Traktorunfall der Enkelkinder verurteilt

71-Jähriger ließ einen Bub fahren und anderen in der Schaufel sitzen. Überrolltes Kind überlebte schwere Verletzungen.

Ein Großvater zweier heute siebenjähriger Zwillingsbrüder ist am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Der Opa hatte im April einen der Buben mit dem Hoflader fahren lassen, während der andere in der Schaufel war. Letzterer fiel aber heraus, wurde vom Traktor überrollt und lebensgefährlich verletzt.

Lungenriss und Rippenbrüche

Der Bub hatte einen Lungenriss und Rippenbrüche erlitten, ist aber wieder wohlauf. Die Staatsanwältin sprach von Glück, dass es ihm wieder gut gehe. Laut dem Gutachter wäre der Kleine tot, wenn das Rad über seinen Kopf gerollt wäre. Der 71-jährige Angeklagte aus der Oststeiermark versuchte nicht zu leugnen. Richter Martin Wolf fragte ihn, was ihm da durch den Kopf gegangen sei. "Die Buben hatten mich schon tagelang sekkiert und wollten eine Runde mit dem Hoflader fahren", begründete der Beschuldigte. Als er nachgab, habe er einen der beiden in die Schaufel gesetzt, der andere betätigte das Gaspedal. Vor Gericht meinte der Großvater: "Wenn er in der Schaufel sitzen geblieben wäre, wäre nichts passiert."

Der Schüler sei aber aufgestanden und als sein Bruder kurz vom Gas ging, sei der Bub aus der Schaufel auf den Boden gefallen. In dem Moment habe der Bruder aber schon wieder Gas gegeben und seinen Zwilling überrollt. Richter Wolf meinte, dass der Angeklagte in der Situation eine "doppelte Gefahr" heraufbeschworen habe. Außerdem hätte der 71-Jährige offenbar noch immer nichts aus dem Unfall gelernt, wenn er sagt, dass nichts passiert wäre, wenn der Kleine in der Schaufel sitzen geblieben wäre: "Mir fehlen die Worte", sagte der Richter resignierend.

Der Opa fasste sechs Monate bedingte Haft aus und nahm das Urteil sofort an. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, weshalb das Urteil nicht rechtskräftig ist.