Chronik | Österreich
10.10.2018

Steirische Ermittler deckten groß angelegten Sozialbetrug auf

Betrug in der Baubranche: Tätergruppe gründete seit 2008 mehr als ein Dutzend Firmen und kassierte Förderungen.

Steirische Ermittler haben einen groß angelegten Sozialbetrug um Firmenneugründungen in der Baubranche aufgedeckt: 15 Personen stehen im Verdacht, von öffentlichen Stellen Förderungen herausgelockt zu haben, indem mit den selben Dienstnehmern stets neue Gesellschaften gegründet wurden. Vier mutmaßliche Drahtzieher wurden am Dienstag festgenommen. Der Schaden beträgt mindestens 1 Mio. Euro.

Seit einem halben Jahr waren die Staatsanwaltschaft Graz sowie das Landeskriminalamt Steiermark den Verdächtigen auf der Spur, teilte Sprecher Christian Kroschl am Mittwoch in einer Aussendung mit. Im Zentrum der Ermittlungen stand ein komplexes Firmengeflecht, mit dem die Förderungen durch Betrug etwa beim Finanzamt Graz-Stadt und der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse zu Unrecht bezogen wurden. Die Täter sollen seit 2008 mehr als ein Dutzend Firmen - hauptsächlich in der Baubranche, aber auch Transport und Personalmanagement - gegründet haben, sagte Kroschl auf APA-Nachfrage.

Steuerhinterziehung durch Scheinrechnungen

Abgesehen von den Förderungen hinterzogen die Verdächtigen auch durch einen regen Handel mit Scheinrechnungen Steuern und Abgaben in zumindest fünfstelliger Euro-Höhe. "Den Käufern der Scheinrechnungen halfen die Täter beim 'Reinwaschen' des so erlangten Schwarzgeldes, indem sie eigens dafür Firmen in Bulgarien und Malta gründeten, Konten eröffneten und das Geld in der Folge durch Mittelsmännern wieder nach Österreich zurücktransferieren ließen", hieß es in der Aussendung.

21 Hausdurchsuchungen

Dienstagfrüh wurden über Anordnung der Staatsanwaltschaft Graz im südsteirischen Raum, in Wien und in Salzburg bei mehreren Mitgliedern der Tätergruppe insgesamt 21 Hausdurchsuchungen durchgeführt. Vier der mutmaßlichen Drahtzieher wurden festgenommen, einer davon direkt bei seiner Ankunft am Flughafen.