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Chronik Österreich
03/28/2014

Steirer lag zwei Wochen tot in Wohnung

Der 69-Jährige lebte allein und soll den Kontakt zu den Nachbarn gemieden haben.

Der Tod eines Senioren, der zwölf Tage lang unbemerkt geblieben war, hat in der weststeirischen Gemeinde St. Johann-Köppling für Erschütterung gesorgt. Wie der ORF Steiermark berichtet, lebte der Pensionist in einer Wohnung in einer Senioren-Wohnanlage, bei der es sich um eine Einrichtung für „betreubares Wohnen“ - das bedeutet, die Bewohner entscheiden selbst, ob und wie viel Pflege sie möchten. Der 69-Jährige hatte sich gegen jegliche Betreuung entschieden.

Der Mann war kein Pflegefall und hatte sich infolge einer Herzkrankheit und als Dialysepatient öfters - ohne Wissen seines Umfeldes - zu Therapien oder Behandlungen im Spital aufgehalten. Dass er öfters eine Zeit lang nicht da war, sei also "Normalität" gewesen.

Das war offenbar auch der Grund, warum sich vorerst niemand Gedanken machte. Erst als der Postkasten überquoll und von außen ein seltsamer Geruch bemerkt worden war, den die Nachbarn erst für Brandgeruch hielten, riefen Bekannte des Mannes am 1. März die Feuerwehr. Diese fand den Toten auf dem Boden des Schlafzimmers liegend. Der herbeigerufene Gemeindearzt stellte fest, dass der Mann bereits zwei Wochen zuvor verstorben war. Da Fremdverschulden ausgeschlossen wird, wurden die Ermittlungen seitens Polizei und Staatsanwaltschaft eingestellt.

Bürgermeister: Konsequenzen

"Das gibt zu denken", sagte Bürgermeister Erwin Dirnberger (ÖVP). Er habe sich den Fall genau angeschaut. Es sollen insofern Konsequenzen daraus gezogen werden, als man über ein System nachdenke, wie Kontakt und ein gewisser Grad an Verantwortungsübernahme unter Nachbarn gefördert werden könne, ohne die Privatsphäre zu verletzen.

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