Spritzmittel-Hersteller im Visier
Im Fall der Grundwasser-Versuchung in Korneuburg überschlagen sich die Ereignisse. Am Donnerstag trudelten bei der Behörde erste Ergebnisse der Wasseranalysen ein. Die Hinweise verdichten sich, dass der Verursacher für Verunreinigung mit den Wirkstoffen „Thiamtehoxam" und „Clopyralid" der Spritzmittel-Erzeuger Kwizda-Agro ist.
Die Firmenleitung des Werks, das auf Leobendorfer Gemeindegebiet liegt, ging daraufhin in die Offensive und machte eine Art Selbstanzeige bei der Wasserrechtsbehörde. Sinngemäßer Inhalt: Die Manager bestreiten nicht mehr, dass die Giftstoffe aus den Werkshallen in den Untergrund gelangt sind.
Am Freitag wurde die Staatsanwaltschaft mit den neuen Tatsachen konfrontiert. Die Anklagebehörde hat unmittelbar danach das Ermittlungsverfahren wegen Umweltgefährdung eingeleitet. Die Ermittlungen werden vom Landeskriminalamt NÖ übernommen.
Umweltlandesrat Stephan Pernkopf wurde sofort von der neuen Faktenlage informiert. „Es kommen laufend Untersuchungsergebnisse herein. Es wird kein Pardon mit Unternehmungen geben, die eine Umweltgefährdung herbeiführen", verspricht der ÖVP-Politiker.
Um weiteren Schaden für Mensch und Umwelt zu verhindern, wird sofort ein umfassendes Sanierungskonzept ausgearbeitet. Erst danach ist die Verursacherfrage zu klären. „Rechtlich gibt es eindeutige Regelungen", sagt Pernkopf.
Krisenmanagement
Bei den Managern von Kwizda-Agro rauchen die Köpfe. Dem Vernehmen nach wurde in aller Eile ein Krisenmanagement ausgearbeitet. Über Details wolle man erst am Montag reden. Bei der 80-köpfigen Belegschaft, geht die Angst um: Der Sanierungsaufwand könnte das Werk in die Pleite schlittern lassen. „Um den Arbeitsplatz muss sich niemand sorgen", meint Kwizda-Sprecherin Birgit Hebein.
Bezirkshauptfrau Waltraud Müllner-Toifl kennt die ersten Wasseranalysen bereits. Ob neue Giftstoffe aufgetaucht sind, könne man noch nicht sagen: „Die Wasser-Sreenings werden wir erst nächste Woche wissen."
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