Ex-Vorstand Ines Manegold weist alle  Vorwürfe zurück.

© APA/GERT EGGENBERGER

Kärnten
03/04/2014

Spitalsgesellschaft KABEG zeigte ihre ehemalige Chefin an

Schwere Vorwürfe gegen Ines Manegold wegen des Verdachts der Untreue.

Auf 71 Seiten haben die Anwälte der Kärntner Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft KABEG die Vorwürfe gegen die frühere Chefin der Spitalsholding zusammengeschrieben: Ex-Vorstand Ines Manegold wird darin unter anderem des Verdachts der Untreue und freihändiger Vergabe von Aufträgen bezichtigt, ohne den Aufsichtsrat zu konsultieren.

Die Sachverhaltsdarstellung wurde an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt geschickt, die nun weitere Schritte prüft. Die "Causa Manegold" reicht bis in das Vorjahr zurück: Im Juni 2013 hat der Aufsichtsrat das Dienstverhältnis wegen "Vertrauensverlustes" aufgelöst. Eigentlich wäre ihr Vertrag bis 2015 gelaufen, Manegold bekämpft ihre Entlassung vor dem Arbeitsgericht. Sie hat alle Vorwürfe der KABEG bisher vehement bestritten.

Verdacht auf Verstöße

Die KABEG ging nun aber mit ihrer Sachverhaltsdarstellung an die Justiz einen Schritt weiter. In der Anzeige wird Manegold einiges vorgeworfen: Es bestehe der "dringende Verdacht", dass sie "eine Fülle von Sorgfaltspflichtverstößen" zu verantworten habe. Diese würden auf den Verdacht der Untreue sowie den Verdacht weiterer "strafrechtlich relevanter Tatbestände" hinaus laufen.

Konkret nennt die KABEG etwa "eine Vielzahl von Auftragsvergaben", die jeweils den Wert von 100.000 Euro überstiegen hätten: Sie müssten laut KABEG dem Aufsichtsrat vorgelegt werden, doch das sei nicht passiert. Außerdem soll bei der Auswahl mancher Auftragnehmer deren "mangelnde Qualifikation" nicht berücksichtigt worden sein.

Mehr Geld

Neben Ines Manegold taucht aber auch noch ein bekannter Kärntner Name in der Sachverhaltsdarstellung auf Kurt Scheuch.

Der frühere FPK-Chef war eine Zeit lang auch Aufsichtsratsvorsitzender der Spitalsgesellschaft: In seine Zeit soll laut Anzeige eine Änderung von Manegolds Vertrag fallen. Statt 12.800 Euro brutto monatlich sei das Gehalt auf 14.400 Euro erhöht worden und das 14-mal jährlich. Diese Änderung soll von Scheuch abgesegnet worden sein, allerdings ohne Beschluss des Aufsichtsrates. Für Scheuch gilt ebenso wie für Manegold die Unschuldsvermutung.

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