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Chronik | Österreich
03/12/2019

Sexueller Missbrauch: Rechtsanwalt bekommt fünf Monate bedingt

Der Grazer Jurist soll eine 17-jährige Sexarbeiterin zu sich bestellt haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Ein Grazer Rechtsanwalt ist am Dienstag im Straflandesgericht selbst auf der Anklagebank gesessen. Ihm wurde sexueller Missbrauch einer Minderjährigen vorgeworfen, weil er eine erst 17-jährige Sexarbeiterin zu sich bestellt haben soll. Laut Verteidiger bestehen aber Zweifel am tatsächlichen Alter des Opfers, das selbst schon verschiedene Angaben dazu gemacht haben soll.

Der Anwalt ist von Richter Stefan Koller unter Ausschluss der Öffentlichkeit für schuldig befunden worden. Er verurteilte den Advokaten zu fünf Monaten bedingter Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

40 Euro für junge Nigerianerin

Nach Ausführungen der Staatsanwältin hatte der Rechtsanwalt im Juli vergangenen Jahres Sex mit der 17-Jährigen. Für diverse Dienstleistungen bezahlte er der jungen Nigerianerin 40 Euro. Über ein abgehörtes Telefon soll die Sache aufgeflogen sein.

Sein Verteidiger Wolfgang Vacarescu legte ausführlich dar, dass es Zweifel am tatsächlichen Alter der Frau gebe. Laut Gutachten kann zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau zum Tatzeitpunkt schon 18 Jahre alt war. "Das Opfer hat das Aussehen einer erwachsenen Frau", sagte der Anwalt. Die Frau arbeitete in steirischen Bordellen "und das ist unter 19 Jahren nicht erlaubt."

Der Verteidiger beantragte dann den Ausschluss der Öffentlichkeit, was von Richter Koller bewilligt wurde. Was in der restlichen Verhandlung geschah, ist demnach unklar.