Chronik | Österreich
24.08.2018

Schwere Gewitter in Salzburg: 250 Menschen saßen fest

Evakuierung doch nicht erforderlich. Erste Fahrzeuge konnten den Talschluss am Freitagnachmittag verlassen.

Nach den schweren Unwettern vom Donnerstag ist im Glemmtal in Salzburg die teilweise weggespülte Straße um 15.00 Uhr für eine halbe Stunde geöffnet worden. So sollten Bewohner und Gäste die Möglichkeit bekommen, den Talschluss zu verlassen.

"Wir wollen, dass die Reparaturarbeiten so schnell und ungehindert wie möglich weitergeführt werden können", sagte der Pinzgauer Feuerwehrkommandant Franz Fritzenwanger. Alle Autos fuhren problemlos an der kaputten Stelle vorbei. Die meisten Lenker waren Urlauber mit ausländischen Kennzeichen. Gegen 19.00 Uhr sollte die Straße in umgekehrter Richtung für die Einfahrt zum Talschluss noch einmal für eine halbe Stunde geöffnet werden. Die Einsatzleiter besprechen am Freitagabend, wie oft die Straße am Samstag geöffnet werden spöö.

Zivilschutzalarm

Über dem Bundesland Salzburg waren am Donnerstagabend schwere Unwetter niedergegangen. Besonders betroffen war das Glemmtal, wo die Straße in den Talschluss durch Muren und eine Sturzflut unpassierbar wurde. Rund 250 Menschen waren zunächst von der Außenwelt abgeschlossen. Blitze lösten auch zwei Waldbrände aus.

Durch das Gewitter im Glemmtal konnte die Saalach die Regenmengen nicht mehr aufnehmen und trat an vielen Stellen über die Ufer. Wegen dieser Sturzflut wurde für die Gemeinden Saalbach-Hinterglemm, Viehhofen und Maishofen Zivilschutzalarm ausgelöst, die Zufahrt ins Tal wurde bereits ab Maishofen gesperrt. Keller wurden überflutet, Bäche verklausten, außerdem gingen mehrere Muren ab. Auch die Trinkwasserversorgung für Hinterglemm war unterbrochen. Diese konnte aber am Freitag wieder hergestellt werden.

Die größten Schäden gab es im hinteren Tal zwischen der Talstation der Hochalmbahn in Hinterglemm und der Ortschaft Lengau. Dort wurde einFahrstreifen der Landesstraße L111 auf einer Länge von rund 50 Metern weggespült. Diesen durften Autofahrer allerdings am Freitag dann ja doch passieren.

Im hintersten Glemmtal hielten sich bis Freitagnachmittag rund 250 Personen auf, mehr als die Hälfte davon Urlauber in den Hotels und Pensionen. Über Nacht wird die Landesstraße wieder gesperrt, sie soll aber auch zum Urlauberwechsel am Wochenende stundenweise geöffnet werden.

Menschen sind beim Unwetter zum Glück nicht verletzt worden. Die Höhe des Sachschadens konnte am Freitag noch nicht abgeschätzt werden. Im Tal war die Feuerwehr noch mit Auspump- und Aufräumarbeiten beschäftigt.

Unwetter in Salzburg

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Neben dem Glemmtal war in Salzburg vor allem noch der Großraum um die Landeshauptstadt von schweren Gewittern betroffen. In Golling (Tennengau) und Großarl (Pongau) verursachten Blitze Waldbrände. In Golling dürfte ein Blitz oberhalb des Steinbruchs direkt in einen Masten einer 30-kV-Starkstromleitung eingeschlagen haben. "Die Kabel sind bis zum Boden herunter gehängt und haben eine etwa 50 mal 50 Meter große Fläche entzündet", berichtete Peter Schluet, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Golling, der APA. Aufgrund der Trockenheit habe die Leitung an gleich mehreren Stellen Feuer ausgelöst. Da die Leitung vorerst noch Strom führte, konnten die Helfer anfangs nur mit Wasserwerfern aus größerer Entfernung vorgehen. Erst nach der Abschaltung näherten sich die Einsatzkräfte dem Brandherd. Nach gut zwei Stunden war der Brand unter Kontrolle.

Insgesamt standen seit Donnerstagabend im Bundesland 13 Feuerwehren mit 460 Leuten an 54 Stellen im Einsatz, und zwar abgesehen vom Glemmtal noch im Raum Saalfelden/Leogang (Pinzgau), in Wals-Siezenheim, Bergheim, Schleedorf sowie bei den beiden Waldbränden.

Waldbrand gelöscht

Ein am Donnerstagabend in Golling (Tennengau) durch einen Blitzschlag ausgelöste Waldbrand konnte noch kurz vor Mitternacht vollständig gelöscht werden. Allerdings gestaltete sich der Einsatz für die Feuerwehren in dem abgelegenen und unwegsamen Gebiet oberhalb des Gollinger Steinbruchs schwierig. Die Situation entschärfte sich nicht zuletzt dadurch, dass es stark zu regnen begann.

Bei dem Gewitter dürfte ein Blitz direkt in den Masten einer 30-kV-Starkstromleitung eingeschlagen haben. "Die Kabel sind bis zum Boden herunter gehängt und haben eine etwa 50 mal 50 Meter große Fläche entzündet", berichtete Peter Schluet von der Freiwilligen Feuerwehr Golling der APA. Aufgrund der Trockenheit habe die Leitung an gleich mehreren Stellen Feuer ausgelöst. "Wir haben am Anfang nur aus größerer Entfernung mit dem Wasserwerfer löschen können, weil unklar war, ob die Leitung noch unter Strom steht. Wir haben immer wieder Lichtbögen gesehen."

Erst nachdem der Strom definitiv abgeschaltet war, konnten sich die Einsatzkräfte dem Brandherd nähern. Doch auch die Versorgung mit Löschwasser war schwierig. "Die Anfahrt dauerte rund 25 bis 30 Minuten. Und dann mussten wir noch rund 200 Meter zu Fuß in den Wald", berichtete Schluet. Tanklöschfahrzeuge benachbarter Feuerwehren sorgten dabei für beständigen Wassernachschub am Berg. Nach gut zwei Stunden konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. "Wir haben dann noch die Umgebung angesucht und letzte Reste abgelöscht." Bei einer weiteren Kontrolle am Freitagmorgen sei kein Feuer mehr entdeckt worden.