Symbolbild

© /Philipp Wiatschka/salzi.at

Kärnten
03/03/2016

Drogenopfer: Aufnahmestopp in Ambulanzen

Heroin am Vormarsch - Kärnten ist keine Insel der Seligen mehr.

von Thomas Martinz

Drogenmissbrauch – so lautet das Obduktionsergebnis im Fall einer 18-Jährigen aus Feldkirchen, die in der Nacht auf Mittwoch tot in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Es handelt sich heuer bereits um das fünfte Drogenopfer. Kärnten, das in den vergangenen Jahren im Schnitt 5,5 Drogentote zu beklagen hatte, ist plötzlich keine Insel der Seligen mehr: Der Schwarzhandel blüht, Heroin ist im Vormarsch. Andererseits gibt es zu wenig Behandlungskapazitäten.

Rund 1500 Kärntner gelten aktuell als drogensüchtig. Die Kapazitäten in den Spitälern und Drogenambulanzen können allerdings mit der wachsenden Zahl von Hilfesuchenden nicht mithalten. Renate Clemens-Marinschek, Primaria am Sonder-spital de La Tour für Suchtkranke in Feldkirchen, kennt die Gründe für die steigende Zahl an Drogentoten: "Die vier bis fünf zur Verfügung stehenden Entzugsbetten in den Spitälern in Klagenfurt sowie Villach sind stets besetzt; und in den Drogenambulanzen gibt es immer wieder Aufnahmestopps", sagt sie. Somit könnten Entzüge und Substitutionstherapien nur beschränkt durchgeführt werden, berichtet Clemens-Marinschek. Die Drogenkoordinatorin des Landes, Brigitte Prehslauer, bestätigt: "Es stimmt, dass die Behandlungskapazitäten in Kärnten derzeit nicht ausreichen." Man sei aber bemüht, diese Kapazitäten zu erhöhen.

"Szene experimentiert"

Parallel dazu wird das Bundesland von illegalen Substanzen überschwemmt, Heroin gilt als Modedroge. "Dazu sind in Kärnten zahlreiche Substanzen und Designerdrogen auf dem Markt, deren Wirkung gar nicht erforscht ist. Leider wird in der Szene viel experimentiert und probiert", weiß Ernst Nagelschmied, Leiter der Klagenfurter Drogenberatungsstelle VIVA.

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