Schneefall führt zu Chaos auf den Straßen
Die weiße Pracht war angekündigt – und trotzdem: Der frühe Schneefall sorgte in Österreich für Stromausfälle, Verzögerungen auf den Straßen und Autoschlangen vor den Reifenhändlern.
Vor allem im Osten Österreichs gab es zum Teil relativ große Schneemengen. So maß die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik etwa in Lunz, NÖ, 18 Zentimeter Neuschnee – damit lag Lunz mit Kötschach-Mauthen in Kärnten an der Spitze. Und auch bei den Landeshauptstädten lag diesmal Niederösterreich voran – in St. Pölten wurden sechs Zentimeter Neuschnee gemessen (siehe Grafik).
Stromausfall
Der Wintereinbruch ließ in Kärnten in 6000 Haushalten das Licht ausgehen. Nasser Schnee drückte Bäume um, die auf Stromleitungen fielen. Betroffen waren die Bezirke Hermagor, Villach Land, Klagenfurt und Völkermarkt. 150 Kelag-Mitarbeiter versuchten die Leitungen wieder aufzubauen. 2000 Haushalte hatten am Montagnachmittag aber noch immer keinen "Saft".
Viel Energie brauchen derzeit auch die Reifenhändler. "Bis Mitte November sind wir ausgebucht", sagt Christian Wollinger, Leiter der Profi-Reifen-Filiale in der Zehetnergasse. "Seit vergangener Woche geht’s rund. Und leider gibt es viel Unverständnis, wenn wir erklären müssen, dass derzeit kein Termin frei ist. " Doch wer flexibel ist, hat Chancen auf einen Termin. Oft lässt sich ein Auto einschieben.
Das kann viel Ärger ersparen. Denn mit 1. November gilt die Winterreifen-Pflicht. Wer trotz winterlicher Bedingungen ohne Winterreifen fährt, riskiert eine Strafe in der Höhe von 35 Euro. Werden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, drohen sogar bis zu 5000 Euro. Unangenehme Folgen hat ein Unfall mit Sommerreifen in jedem Fall: Denn dann muss der Lenker beweisen, dass der Unfall auch mit Winterreifen passiert wäre.
Montagvormittag sorgten mehrere Unfälle, verteilt über das gesamte Bundesgebiet für lästige Staus. Beim Knoten Linz (A 1, A 25) kam die Blechkarawane auf 15 Kilometern zum Stillstand, ein quergestellter Lkw sorgte bei Salzburg (A 1) für Stau. Auf der A 4 fuhren sich die Autos zeitweise zwischen Wien und Fischamend fest. Auch auf der A 10 (Tauernautobahn) sorgten die winterlichen Fahrbahnverhältnisse für massive Behinderungen. Und der Gleinalmtunnel in der Steiermark (A 9) wurde vorübergehend gesperrt. Die Unfälle gingen großteils jedoch glimpflich aus.
In Wien kollabierte im Frühverkehr zwischen Floridsdorf und dem Praterstern die S-Bahn. Tausende kamen zu spät zur Arbeit. Auslöser war jedoch nicht der feuchte Schnee, sondern ein Rabe, der die Oberleitung beschädigte.
Sonne und Wärme
Nutznießer des Wintereinbruchs waren am Wochenende die Thermen. Bis zu doppelt so viele Gäste wie üblich stürmten in die Wohlfühl-Oasen. Heute, Dienstag, wird es wärmer und es kommt die Sonne. Das Muskelspiel des Winters war nur ein Intermezzo.
Aktuelle Verkehrsinfos finden Sie hier - Tipps zum Thema Winterausrüstung lesen Sie hier.
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