Chronik | Österreich
26.06.2018

Schifffahrt auf der Mur wird Wogen hochgehen lassen

Rathauskoalition plant fünf Haltestellen und eine Werft in der Stadt. Außerdem soll es mehr Zugänge zum Fluss geben.

Ein Wettrennen auf der Mur und noch dazu höhst akademisch. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, ÖVP, hofft auf viele Ruderer an den Universitäten. „Ich habe ja schon immer davon geträumt, dass unsere Unis gegeneinander antreten. So wie Oxford und Cambridge.“ Nächstes Jahr könnte die Premiere stattfinden, denn bis dahin soll die Mur durch diverse bauliche Maßnahmen dem Wassersport breiter zugänglich gemacht werden.

Darunter fällt auch jener Plan Nagls und seines Vizes Mario Eustacchio, FPÖ, der bestimmt die höchsten Wogen hochgehen lassen wird: Auf der Mur sollen zwei Elektroboote verkehren, die jeweils 70 Passagieren Platz bieten. Es wird fünf Haltestellen geben, Kunsthaus und Marburger Kai in der Innenstadt sowie weiter südlich Augarten, Grünanger und Pichlergasse.

Öffentlich oder privat

In der Nähe der Angergasse, den früheren Grabe-Ländern, soll sogar eine kleine Werft gebaut werden. Wer die Schifffahrt betreibt, ist noch nicht fix: Das könnte die Holding Graz selbst machen, wäre dann also Teil des öffentlichen Verkehrs, oder ein privates Unternehmen.

Insgesamt haben Nagl und Eustacchio 18 Projekte auf der und um die Mur geplant, die sechs bis sieben Millionen Euro kosten. Das Geld soll bereits in der kommenden Gemeinderatssitzung am 5. Juli beschlossen werden, Mitte 2019 soll ein Teil der Vorhaben auch schon umgesetzt sein. Dazu gehören fünf Buchten mit Flusszugang und ein Park mit Sporteinrichtungen beim neuen Kraftwerk in Puntigam.

Die Opposition befürchtet, dass für die Pläne wie beim Bau des Kraftwerks Bäume gefällt werden müssten. Außerdem fordern sowohl die KPÖ als auch die Grünen, vor den Umbauten die Grazer zu befragen.