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Salzburg
08/29/2013

Viele Tankstellen ignorieren Jugendschutz

Test: Fast zwei Drittel der untersuchten Betriebe verkauften Alkohol und Zigaretten an Minderjährige.

Philipp (12), Moritz (13), Sophie und Elena (beide 15) machten im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) nächtliche Testkäufe an 30 Tankstellen in Stadt und Land Salzburg – und waren ziemlich „erfolgreich“: In 19 Tankstellen bekamen sie Zigaretten und Alkohol oder beides. „Ein beunruhigendes Ergebnis“, stellte Arbeiterkammer-Präsident Siegfried Pichler am Donnerstag fest.

Die Ausbeute in den 19 Tankstellen betrug 14 Packungen Zigaretten und elf Bier. „Wir haben unsere Testerinnen und Tester schon so ausgesucht, dass sie nicht älter wirkten, als sie sind“, betonte Konsumentenschützerin Bettina Flöckner.

Die Tester fragten entweder nach Alkohol oder Zigaretten. „Warum sie in neun Tankstellen zwar Zigaretten, aber keinen Alkohol, hingegen in vier Tankstellen zwar Alkohol, aber keine Zigaretten bekamen, ist unlogisch“, sagte Konsumentenschützerin Bohl. „Schließlich dürften sie ja beides nicht verkaufen.“ In sechs Tankstellen bekamen die Jugendlichen Radler, Bier und Zigaretten.

Fazit der AK-Studie: Die Mädchen bekamen öfter Alkohol und Zigaretten als die Burschen, Tankstellen in der Nähe von Schulen waren restriktiver und Betriebe in der Stadt strenger als am Land.

Die schwarzen Schafe werden von der AK nun per Schreiben verwarnt. Tauchen bei Nachkontrollen erneut Verstöße auf, drohen Verwaltungsstrafen und das öffentliche Anprangern in Internet und Medien.

Rechtlich gesehen haben die 19 Tankstellen eine Verwaltungsübertretung begangen. Bei Wiederholungsfällen kann den Gewerbetreibenden nach dem Salzburger Jugendgesetz die Gewerbeberechtigung entzogen werden. Dieses Gesetz besagt, dass bis zum vollendeten 16. Lebensjahr der Erwerb, Besitz und Konsum von Alkohol und Tabakwaren nicht erlaubt sind.

„Altersgrenzen im Jugendschutz machen Sinn und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, sagte Pichler. „Deshalb führen wir auch immer wieder Tests durch.“ Die früheren Tests gingen den Fragen nach, ob in Solarien und Fitnessstudios der Jugendschutz eingehalten wird, sowie, ob Jugendliche in Wettbüros verbotenerweise zocken dürfen.

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