© APA/ZEITUNGSFOTO.AT

Chronik | Österreich
07/15/2019

Rettungs-Großeinsatz bei Hochzeitsfeier in Innsbruck

26 Personen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden, nachdem eine unbekannte Substanz ausgetreten war. Laut Polizei könnte es sich um Reizgas handeln.

Eine Hochzeitsfeier in einem Veranstaltungssaal in Innsbruck hat Samstagabend einen Großeinsatz von Rettungskräften ausgelöst. Eine noch nicht identifizierte Substanz war ausgetreten und hatte bei 26 Personen zu Atemnot und Übelkeit geführt. Die Hochzeitsgäste wurden in Krankenhäuser gebracht, konnten aber inzwischen bereits wieder entlassen werden. Rund 150 Personen waren bei der Hochzeitsfeier im Stadtteil Saggen zugegen.

Derzeit gehe man "am ehesten" davon aus, dass Reizgas zum Einsatz kam, die Substanz sei allerdings derzeit "objektiv noch nicht nachweisbar", hieß es von der Polizei gegenüber der APA Montagmittag.

Giftgasanschlag ausgeschlossen

Einen etwaigen Giftgasanschlag schloss Christoph Kirchmair vom Kriminalreferat der Stadtpolizei indes dezidiert aus. "Das ist von der Logik her auszuschließen. Dann würden auch andere Symptome aufgetreten sein", so Kirchmair.

Derzeit seien noch "einige Proben ausständig", erläuterte der Kriminalist. Zudem hoffe man, dass die medizinischen Diagnosen zu Rückschlüsse führen werden. Auch finale Zeugenbefragungen und Spurenauswertungen stünden noch aus.

Sachverständige und Experten hätten jedenfalls mündlich Bericht erstattet, schriftliche Gutachten liegen noch nicht vor. Im Moment gebe es nur eine Vermutung, aber noch keine "schlüssige Erklärung". Auch nicht von den Opfern bzw. Verletzten, was ungewöhnlich sei, meinte Kirchmair.

Hochzeitsgäste mussten ins Krankenhaus

Die betroffenen Hochzeitsgäste waren in Krankenhäuser gebracht worden, konnten aber kurze Zeit später bereits wieder entlassen werden. Einige von ihnen waren zuvor - bei Eintreffen der Rettungskräfte im Innsbrucker Stadtteil Saggen - bewusstlos auf dem Boden gelegen.

Es handelte sich jedenfalls um eine tschetschenische Hochzeitgesellschaft, bestätigte Kirchmair. Im Einsatz standen neben 65 Sanitätern und fünf Notärzte auch Spezialkräfte der Polizei bzw. des Bundesheeres sowie der Landeschemiker.