Chronik | Österreich
27.08.2018

Prozess in Klagenfurt um Heroinhandel im großen Stil

Rund 120.000 Euro dürften die beiden durch den Heroinverkauf lukriert haben, auch Kokain hatten sie ihm Angebot.

Vier junge Männer und eine junge Frau sind am Montag wegen Heroinhandels im großen Stil vor einem Schöffensenat am Landesgericht Klagenfurt gestanden. Die vier Männer zeigten sich vor Richter Alfred Pasterk im Großen und Ganzen geständig, auch wenn sie versuchten, die Mengen bzw. ihre eigene Bedeutung in dem Geschäft kleinzureden.

Zwei Klagenfurter, inzwischen 21 Jahre alt, kamen vor rund zwei Jahren auf die Idee, ihre Heroinsucht durch Dealen zu finanzieren. Ein etwa gleichaltriger Bosnier wurde als Lieferant gefunden, das Dolmetschen - der Bosnier spricht weder Englisch noch Deutsch - besorgte ein in den Niederlanden lebender Slowene. Mindestens sechs Kilogramm Heroin in Tranchen von 50 bis 200 Gramm wurden so aus Slowenien nach Klagenfurt geliefert. Mehr als die Hälfte wollen die beiden Klagenfurter selbst verbraucht haben, der Rest wurde verkauft. Die Freundin des einen Klagenfurters wurde in die Geschäfte mit hineingezogen, ihre Wohnung bzw. deren Keller dienten als Depot, auch die Suchtgiftübergaben fanden teilweise in ihrer Wohnung statt.

Frau heraushalten wollen

Sie hätten die Frau aber stets aus dem Zimmer oder zum Spazierengehen mit dem Hund geschickt, wenn es Lieferungen gegeben habe, beteuerten die Angeklagten. Man habe sie möglichst aus der Sache heraushalten wollen, so die Begründung der beiden. Rund 120.000 Euro dürften die beiden durch den Heroinverkauf lukriert haben, auch Kokain hatten sie ihm Angebot, hier wurde der Umsatz mit 33.000 Euro beziffert. Den Reingewinn bezifferte Pasterk mit mindestens 30.000 Euro. Im Laufe des vergangenen Jahres heftete sich aber die Polizei auf die Spur der beiden Dealer. Telefone wurden abgehört, die Treffen mit den Kurieren überwacht, und knapp vor Weihnachten erfolgte der Zugriff. Alle vier Männer wurden festgenommen und sitzen seither in U-Haft, die junge Frau blieb auf freiem Fuß. Die beiden Klagenfurter machen inzwischen eine Drogentherapie.

Für den Nachmittag waren die Vernehmungen der beiden Drogenkuriere und der Frau angesetzt. Ob der Prozess vertagt wird oder die Urteile heute noch gefällt werden, war vorerst nicht absehbar.