Pröll fordert nächsten Schritt in der Entwicklung

© Bild: Volkskultur NÖ

Expertenrunde zur Regionalentwicklung diskutierte im Retzer Rathaus bei den Kremser Kamingesprächen Spezial.

„In der Theorie ist die Entwicklung des ländlichen Raumes einfach, doch wir müssen es auch in die Praxis umsetzen können“, erklärt der ehemalige Landeshauptmann Erwin Pröll beim Kremser Kamingespräch Spezial im Rathaus Retz, Bezirk Hollabrunn.

Pröll zitierte unter anderem aus seiner Dissertation aus dem Jahr 1976 über die Entwicklung des Bezirks Hollabrunn. Aufhänger für die Diskussion war eine neue Studie über die Entwicklung des Retzerlandes. Gemeinsam mit dem Regionalberater und Studienautor Josef Wallenberger, dem Retzer Tourismusobmann Reinhold Griebler und der Komponistin Johanna Doderer diskutierte Pröll über die Entwicklung der Region und die anstehenden Probleme.

Zufall und Geschichte

Pröll hob besonders die Wichtigkeit der Kunst und Kulturschaffenden hervor, die immer wieder neue Impulse in der ländlichen Entwicklung setzen. Regionalberater Josef Wallenbeger erklärte, dass sich die Entwicklungen oft nicht planen lassen: „Mal führt der Zufall, mal die Geschichte Regie.“ Dem schloss sich auch der ehemalige Landeshauptmann an: „Gerade in der Zeit des Eisernen Vorhangs zeigte sich, dass man nicht alles planen kann. Ein halbes Jahr bevor dieser fiel, hätte sich niemand erträumt, dass das einmal passieren wird.“

Als Paradebeispiel, wie wichtig Kunst und Kultur für eine Region sind, war auch Johanna Doderer am Podium. Die Vorarlberger Komponistin wohnt seit einiger Zeit in Sitzendorf an der Schmida im Bezirk Hollabrunn und leitet dort die Kulturinitiative.

Doderer wurde von Pröll für ihren Einsatz gelobt und er erwähnte, wie wichtig Kultur für den Fortbestand des ländlichen Raumes ist. „Ich versuche, in kleinen Schritten meinen Beitrag für eine erfolgreiche Zukunft zu leisten“, erklärt die 49-Jährige Musikerin sichtlich geschmeichelt.

Auch Tourismusobmann Reinhold Griebler ist eine der treibenden Kräfte im Retzerland. Auf sein Konto gehen Initiativen wie das Kürbisfest, die Retzer Weintage aber auch die Bewerbung für die grenzübergreifende Landesausstellung mit der tschechischen Partnerstadt Znaim.

Nächster Schritt

Neben den Errungenschaften wurden aber auch zahlreiche Probleme diskutiert. Die Teilnehmer am Podium waren sich einig, dass das Verhindern der Abwanderung und das Halten von jungen Arbeitskräften in der Region, zwei der wichtigsten Herausforderungen sind. Nach der Aufbauarbeit der vergangenen Jahre müsse jetzt eine zweite Entwicklungsstufe einsetzen. „Die nächste Generation muss die Glut weitertragen und mit starken Visionen die Region nach vorne bringen“, appelliert Erwin Pröll am Ende der Diskussion.

( kurier.at , kk ) Erstellt am 15.05.2018