Chronik | Österreich
02.08.2018

Polizist ließ Diensthund im Auto: "Zorro" starb "Schocktod"

Tier war mehr zwei Stunden im Privat-Pkw. Der verdächtige Beamte ist nun nicht mehr Hundeführer.

Die Obduktion bestätigte die Vermutung: Der siebenjährige „Zorro“ verendete, weil er zwei Stunden in einem überhitzten Auto zubringen musste. Doch „Zorro“ war kein gewöhnlicher Hund, sein Herrchen auch kein gewöhnlicher Hundehalter: Der holländische Schäferrüde war ein Spürhund der Polizei, er starb im Privatauto seines Diensthundeführers.

Die Pathologen der Wiener Veterinärmedizin stellten als Todesursache „akuten Schocktod“ fest, das gab die Landespolizeidirektion am Donnerstag bekannt. „Zorro“ starb vor einer Woche: Er soll von seinem Hundeführer nach dessen Dienst von Graz mit nach Ilz, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, genommen worden sein. Der Beamte beteuerte in den Einvernahmen, die Heckklappe geöffnet zu haben, ebenso seien die hinteren Seitenscheiben jeweils einen Spalt breit offen geblieben. Außerdem sei der Wagen an einem schattigen Platz abgestellt gewesen. „Zorro“ soll allerdings versucht haben, sich aus dem Transportkäfig zu befreien: Es soll Bissspuren an den Stäben geben.

 

Der Rüde war ein vielfach eingesetzter Spürhund. Er stöberte unter anderem einen Amokläufer in der Oststeiermark auf, der sich Tage lang in einem Wald vor den Suchtrupps versteckt hielt. Der verdächtige Beamte wurde laut Landespolizeidirektion von seiner Funktion als Diensthundeführer entbunden. Außerdem drohen dem Verdächtigen ein Straf- sowie ein Disziplinarverfahren. Zum Leid des Tieres könnten auch noch Kosten kommen: „Zorro“ war auch durch seine Ausbildung mehrere Zehntausend Euro wert.