Polizei zieht in acht Grenzposten ein

Das Land übernimmt die Gebäude und stellt sie Fahndern zu Verfügung. Mehr Beamte sollen Diebsbanden bekämpfen.
Das Zollamt Berg mit einem Auto, das die Grenze passiert.

Die Entwicklung ist alarmierend: In Niederösterreich ist die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser deutlich gestiegen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 wurde heuer ein Plus von 200 Coups registriert. Und auch Unternehmen werden immer öfter von Gangstern heimgesucht. „Die Beschwerden in manchen Regionen haben sich gehäuft. Das Sicherheitsgefühl der Bürger ist nicht mehr das, was es noch vor einem halben Jahr war“, sagt Landeshauptmann Erwin Pröll.

Aus diesem Grund lud Pröll die Top-Riege der Exekutive zu einem Sicherheitsgipfel ins St. Pöltener Landhaus. Das Ergebnis: Der Fahndungsdruck soll erhöht werden. In den Herbst- und Wintermonaten werden noch mehr Polizisten im Kampf gegen Einbrecherbanden eingesetzt. Vor allem entlang der Autobahnen, in den Grenzregionen und in der Umgebung von Wien sollen bis zu 100 zusätzliche Beamte im Einsatz sein.

Zudem überraschte der Landeshauptmann mit einem neuen Projekt, durch das die Politik die Exekutive im Kampf gegen die Kriminalität unmittelbar unterstützen will.

Schleierfahndung

Ein Mann im Anzug schüttelt die Hand eines Polizisten vor einem Hintergrund mit österreichischen Farben.

Acht ehemalige Grenzkontrollposten des Bundes im Norden und Osten Niederösterreichs werden in das Eigentum des Landes übernommen und sollen für den strategischen Kampf gegen die Kriminalität – vor allem im Bereich der Schleierfahndung – als Infrastruktur genutzt werden.

Es handelt sich um die früheren Grenzkontrollposten Nagelberg, Litschau, Drosendorf und Waldkirchen im Waldviertel sowie um die Stützpunkte in Klein-Haugsdorf, Schrattenberg und Laa an der Thaya im Weinviertel sowie in Berg. Laut Pröll betragen die Instandhaltungskosten insgesamt etwa 50.000 Euro im Jahr. Übernahmekosten fallen nicht an. Die Polizei darf die Infrastruktur gratis nutzen. Das Land wird auch zusätzliche Ressourcen, etwa Prüfzüge, zur Verfügung stellen.

Landespolizeidirektor Franz Prucher formulierte ein Ziel: Die Zahl der Straftaten solle heuer unter 80.000 liegen: „Da sind wir jetzt gefordert.“ Drehscheibe bei der Jagd auf Einbrecherbanden soll das Landeskriminalamt sein, mit tatkräftiger Unterstützung der Polizisten in den Regionen.

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