© APA/HERBERT NEUBAUER

Sicherheit
08/25/2015

Polizei spart: Rund 1000 Funkstreifen weniger

In den vergangenen fünf Jahren wurde etwa jedes zehnte Dienstfahrzeug der Polizei nicht mehr ersetzt.

Ein normaler Streifenwagen wird in Wien rund alle fünf Jahre durch einen neuen ersetzt. Noch schneller geht es bei der Verkehrspolizei, die Zehntausende Kilometer auf den Autobahnen abspult. Manche Spezialfahrzeuge, wie Wasserwerfer oder Radpanzer, sind hingegen weit länger im Einsatz. Die durchschnittliche Einsatzdauer der Einsatzfahrzeuge beträgt laut Polizei-Insidern vier bis fünf Jahre.

Seit 2010 wurde die Zahl der Polizeiautos aber um rund 1000 Stück reduziert, wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung des Innenministeriums an die FPÖ hervorgeht. Das sorgt nun für Kritik.

Wien und NÖ

Vor allem in Niederösterreich (minus 289 Fahrzeuge), Wien (minus 169), der Steiermark (148) und Kärnten (143) gab es Einschnitte. Der geringsten Rückgang fand in Salzburg statt, wo 30 Autos weniger angeschafft wurden.

Das Innenministerium verweist auf die Fußball-Europameisterschaft 2008. Für diese wurde der Fuhrpark vergrößert, nun sei er eben wieder reduziert worden.

Hermann Wally von der roten Polizeigewerkschaft FSG sieht hingegen einen gezielten Sparkurs: "In Wien herrscht immer ein Mangel an Kfz. Früher gab es mehr Fahrzeuge." Besonders im Kriminalbereich müssten sich Beamte oft Fahrzeuge von anderen Dienststellen ausborgen.

Grund dafür sei ein drei Jahre alter Erlass, wonach der Fahrzeugschlüssel zu senken sei. Auch würden Beschaffungen immer wieder verschoben, weil im jeweiligen Jahr kein Geld vorhanden sei. Zuletzt habe dies laut Wally auch Taschenlampen und Schutzjacken betroffen. Bei der Wiener Verkehrspolizei etwa können keine Jungpolizisten zum Motorraddienst wechseln, weil keine Helme vorhanden sind, berichtete ein Beamter dem KURIER.

Erklärung: EURO 2008

Im Niederösterreich erklärt man das starke Minus an Autos ebenfalls mit der EURO, obwohl dort keine Spiele stattfanden: "Der Pool an Pkw wurde auch in NÖ während dieser Zeit kräftig erhöht. Danach wurde wieder abgebaut", betont ein Sprecher.

Die vorhandenen Kapazitäten seien ausreichend, meinen ein Ermittler des nö. Landeskriminalamts und Polizisten ländlicher Dienststellen. "Es herrscht keine Fahrzeug-Armut – weder an zivilen Autos noch an Streifenwagen", sagt ein Kripo-Beamter. Betont wird aber allerorts, dass keine weitere Kürzung stattfinden dürfe, damit es nicht zu Einschränkungen bei der Verbrecherjagd komme.

In Summe geht es um viel Geld. Der gesamte Fuhrpark der Exekutive (von Neuanschaffungen über Versicherungskosten bis zu Reparatur und Treibstoff) schlägt sich aktuell mit rund 45 Millionen Euro pro Jahr zu Buche.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.