Chronik | Österreich
28.06.2018

Patient stürzt vom OP-Tisch: Geplante Eingriffe abgesagt

Technische Probleme an der Grazer Universitätsklinik müssen jetzt geklärt werden

Einen „mehr als unangenehmen Zwischenfall“ nennt es das LKH-Universitätsklinikum Graz: Ein Patient stürzte in der Chirurgie am Donnerstag während einer Operation vom Tisch. Das Spital vermutet ein technisches Problem und sperrte alle zwölf OP-Räume.

„Dem Patienten ist zum Glück nichts Gröberes passiert. Er konnte am Donnerstag doch noch operiert werden“, sagt Pressesprecher Reinhard Marczik. Beim ersten Versuch, den Eingriff durchzuführen, war der Mann vom OP-Tisch gerutscht, die Operation musste abgebrochen werden. Ob der Patient zu diesem Zeitpunkt unter Narkose stand, konnte Marczik nicht sagen. Aber man habe sofort einen Krisenstab eingesetzt, um die Ursache zu klären. „Ob ein technisches Problem oder menschliches Versagen zu dem Zwischenfall führte, wissen wir nicht“, betont Marczik.

Technischer Defekt

Offenbar geht das Spital eher von einem defekten Operationstisch aus, denn alle 20 Tische derselben Serie wurden sofort gesperrt. Damit waren insgesamt zwölf Operationssäle geschlossen. Die fraglichen Tische seien in Betrieb, seit die neue Chirurgie am Landeskrankenhaus Graz eröffnet sei; also seit rund einem Jahr, gab das Spital bekannt.

Geplante Eingriffe wurden am Donnerstag am Grazer LKH abgesagt. Diese Maßnahme bleibe aufrecht, bis der Vorfall geklärt sei. „Das kann einige Stunden oder mehrere Tage dauern – momentan ist der Zeitraum nicht eingrenzbar“, erklärt der Pressesprecher. Marczik betont aber weiters, dass ausreichend Kapazitäten vorhanden seien, um die Notfälle versorgen zu können. Andere Landeskrankenhäuser seien „nach derzeitigem Wissensstand“ von der Problematik nicht betroffen.

Thomas Martinz