Chronik | Österreich
10.01.2019

Österreich: Zahl der getöteten Frauen 2018 auf 41 gestiegen

Angezeigte Morde. Insgesamt 70 Opfer im vergangenen Jahr. Auch Herkunft der Täter

70 Menschen sind nach vorläufigen Zahlen 2018 in Österreich bei Delikten, die von der Polizei als Mord angezeigt wurden, getötet worden. Laut Statistik des Bundeskriminalamts (BK) (Jänner bis November) waren das 41 Frauen und 29 Männer. "Die meisten Täter sind Männer", sagte BK-Sprecher Vincenz Kriegs-Au, eine genaue Auswertung diesbezüglich gab es in der Statistik aber nicht.

Als an den Delikten Beteiligte wurden 76 Personen ausgeforscht, 41 österreichische und 35 ausländische Staatsbürger. Die meisten Täter in der Rubrik "Fremde" stammten mit je sieben aus Serbien und dem Kosovo.

41 als Mordopfer geführte Frauen sind auch ohne Dezember-Auswertung ein Höchstwert der vergangenen zehn Jahre. Im Jahr davor waren es 36 Frauen (und 26 Männer) nach 28 Frauen (und 21 Männern) 2016. In der Statistik der vergangenen zehn Jahre wurden 2015 die wenigstens Frauen als Mordopfer angeführt (17; 23 Männer).

Anstieg seit 2014

Die wenigstens Mordopfer im Vergleich der vergangenen zehn Jahre gab es laut BK 2014 mit insgesamt 38 (je 19 Männer und Frauen). 70 als Mordopfer geführte Getötete 2018 bedeutet mit 2012 (34 Männer, 36 Frauen) einen Höchststand seit 2009.

In die Zahl der Täter sind alle an den angezeigten Morden beteiligten Personen inkludiert (also auch Beitragstäter). 2017 finden sich in der Statistik 89 Täter, davon 76 Inländer und 13 "Fremde". Die Daten bilden für 2017 im Zehnjahresvergleich die meisten an Morden beteiligten inländischen Täter ab, 2018 wurde hingegen eine Höchstzahl an Tätern ohne österreichische Staatsbürgerschaft registriert (jeweils inklusive Beitragstäter, Anm.).

Meist Beziehungsopfer

Die meisten Täter standen 2018 in einer familiären Beziehung zum Opfer - insgesamt 37 (26 in einer Hausgemeinschaft, elf ohne einer solchen). 16 Täter-Opfer-Beziehungen wurden als "Bekanntschaftsverhältnis" angeführt.

Tatorte

Details zeigt die Statistik auch zu den Tatorten: 21 von der Polizei als Mord eingestufte Verbrechen ereigneten sich 2018 (Jänner bis November) in Wohnungen, neun in Wohnhäusern, zwei in Wohnhausanlagen und zehn an einem öffentlichen Ort, auf der Straße oder auf einem Parkplatz. Drei der als Morde in dieser vorläufigen Statistik geführten Verbrechen wurden in einer Asyl- oder Fremdenunterkunft begangen, zwei in einem Beherbergungsbetrieb.