ÖBB: Tücken bei den Online-Tickets

Wer bei den ÖBB online Karten für Auslandsreisen bucht, kann sich nicht darauf verlassen, dass diese auch gültig sind.
Ein Zugticket der ÖBB wird entwertet.

Wie heißt es so schön: Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Erzählen kann Harald Vostrovsky aus Gmunden viel, aber nichts Schönes. Denn zum Abschluss einer Budapest-Reise wurden der Pensionist und seine Frau im Zug "wie Schwarzfahrer behandelt. Der Schaffner hat sogar die Polizei geholt", berichtet Vostrovsky entrüstet.

Und das, obwohl er ganz korrekt im Internet auf den ÖBB-Seiten Tickets erster Klasse für sich und seine Frau für die Fahrt WienBudapest und retour gebucht und zu Hause ausgedruckt hat. Kosten alles in allem: 160 Euro.

Auf der Rückfahrt von Budapest am 29. September wird aus der bis dahin schönen Sightseeing-Tour ein kleiner Horrortrip. "Der ungarische Schaffner hat mir erklärt, unsere Tickets sind ungültig, die ÖBB sei nicht befugt, Rückfahrkarten für diesen Zug auszustellen", sagt Vostrovsky. Nach einiger Diskussion wurde ein Polizist geholt und das Paar aus Oberösterreich vor die Wahl gestellt, sofort 80 Euro zu zahlen oder beim nächsten Halt auszusteigen. "Zum Glück hatte ich so viel Bargeld bei mir", meint der pensionierte ORF-Mann. Wieder auf österreichischem Boden befand ein ÖBB-Zugbegleiter die Tickets allerdings für in Ordnung.

Kompliziert

Die KURIER-Nachfrage bei den ÖBB zeigt, dass das kein Einzelfall gewesen ist. Durch eine Systemänderung auf Seiten der ÖBB können Kunden online gebuchte Hin- und Rückfahrkarten nur mehr auf extra Seiten ausdrucken. Und diese – zu Hause – gedruckten Tickets werden in Ungarn und in Tschechien "nur mit einer Zangenprägung eines österreichischen Zugbegleiters akzeptiert", räumt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif ein. Aber wer hat diese Prägung schon auf dem Rückfahrtticket?

Und so gibt es seit 3. Oktober wieder eine Systemänderung beim ÖBB-Buchungssystem. Nach dem Motto "Warum einfach, wenn’s kompliziert auch geht" können Zugtickets ins Ausland weiter zu Hause, Rückfahrkarten aber nur mehr auf ÖBB-Automaten ausgedruckt werden.

Bei Vostrovskys bleibt zwar der Ärger über das Erlebte, aber immerhin werden die 80 Euro von den ÖBB nu zurückerstattet.

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