Chronik | Österreich
24.10.2018

Neuer ÖBB-Fahrplan: Mehr Zugkilometer und steigende Preise

Für das Jahr 2018 sind zudem 250 Millionen ÖBB-Reisende und damit ein Rekord prognostiziert.

Ab 9. Dezember gilt ein europaweit neuer Zugfahrplan. Dieser bringt rund 1,1 Millionen zusätzliche Zugkilometer im österreichischen Nahverkehr mit sich. Vor allem in der Ostregion werden diverse Regionalbahnen ausgeweitet, erklärte Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der ÖBB, anlässlich der Fahrplanpräsentation für 2019 am Mittwoch. Aber auch Fernreisende erwarten neue Verbindungen.

"Mit dem neuen Fahrplan können weitere Taktlücken geschlossen und zusätzliche Verbindungen zu Randzeiten angeboten werden", sagte Matthä. So werden zusätzliche Züge um Wiener Neustadt und St. Pölten verkehren, aber auch Verdichtungen auf Strecken wie zwischen Wien und Retz sowie Wien und Laa an der Thaya geboten. Im Fernverkehr werden vermehrt Direktverbindungen zwischen Lienz und Wien eingerichtet. Neue Abendverbindungen wird es auf den Strecken zwischen Klagenfurt und Salzburg sowie Graz und Wien geben.

Preisanstieg um 1,9 Prozent

International verkehren künftig unter anderem zweimal täglich Züge von Wien nach Berlin, wobei die Strecke untertags über Linz und Erfurt und in der Nacht über Wroclaw (Polen) führt. Von Ost nach West wird eine neue Verbindung von Bratislava nach Zürich mit Zwischenstopp in Wien etabliert. Zudem wird es eine neue Verbindung von Wien über Budapest bis nach Cluj Napoca (Rumänien) geben.

Mit dem wachsenden Angebot steigen die Preise. Um durchschnittlich 1,9 Prozent kosten die Tickets der ÖBB mit Einführung des neuen Fahrplans mehr. Zu keiner Preissteigerung kommt es hingegen beim Kauf diverser ÖBB-Vorteilscards, mancher Sparschienetickets und sämtlicher Verbundtickets. "Damit sind über 50 Prozent aller Fahrten nicht von der Preiserhöhung betroffen", betonte Matthä und sagte, dass die Fahrgäste weiterhin zu einem "sehr, sehr fairen Preis" fahren würden.

Wie die Preise sind auch die Fahrgastzahlen im Steigen begriffen. Für das Jahr 2018 sind 250 Millionen ÖBB-Reisende und damit ein Rekord prognostiziert. Im vergangenen Jahr nutzten noch fünf Millionen Fahrgäste weniger die Züge der ÖBB. 2012 waren es 224 Millionen und damit rund 25 Millionen weniger. Vor allem in Tirol, Oberösterreich und in der Ostregion konnten markante Zuwächse von mehr als fünf Prozent verzeichnet werden.

Qualitätsoffensive angekündigt

Um weiterhin hohe Zufriedenheit garantieren zu können, kündigte der Vorstandsvorsitzende Matthä eine Qualitätsoffensive an. "Wir investieren in neue Züge und modernisieren unsere bestehenden Garnituren", konkretisierte Matthä die Vorhaben der ÖBB. In Summe werden 1,8 Milliarden Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren in die Erneuerung der Zugflotte investiert. 165 neue Cityjets werden mit Jahreswechsel bereits in Betrieb sein. Weitere 21 TALENT3 Cityjets gehen in Vorarlberg im zweiten Halbjahr 2019 auf Schiene. 2020 sollen schließlich 25 Züge selben Typs in Tirol folgen.

"Die schönsten Züge nützen nichts, wenn die Infrastruktur nicht passt", sagte Matthä. Deswegen werden bis 2023 knapp 14 Milliarden Euro investiert, um unter anderem die Sicherheit, die Streckenkapazitäten und die Fahrgeschwindigkeit zu erhöhen. So könne künftig beispielsweise die Strecke zwischen Graz und Klagenfurt in 50 Minuten anstatt der bisherigen knapp drei Stunden Fahrzeit bewältigt werden.

Eine weitere Neuerung stellt die "Sparschiene Komfort" ab Februar nächsten Jahres dar. "Für einen kleinen Aufpreis zur bereits existenten Sparschiene ist eine Sitzplatzreservierung im Preis inkludiert", erklärte Matthä. Zudem könnten die Tickets bis 15 Tage vor Reiseantritt kostenlos storniert werden. 50 Prozent des Ticketpreises sind hingegen fällig, sollte die Reise bis spätestens einen Tag vor Fahrtantritt nicht in Anspruch genommen werden.

Auf Kundenwünsche wollen die ÖBB gezielt eingehen, weswegen etwa ein Test analoger und digitaler Absperrmöglichkeiten für das Reisegepäck in einzelnen Garnituren im zweiten Quartal 2019 initiiert werde. Auch sollen die bereits existenten Ruhezonen künftig besser ausgewiesen werden.

  • Die Fahrplanpräsentation zum Nachsehen: