Chronik | Österreich
01.06.2018

Nachhaltiger Kaffeegenuss aus Wien

Der Kaffeeproduzent Fabico aus Wien sagt dem Aluminium-Müll mit Maisstärke-Kapseln den Kampf an

Begonnen hat alles vor 14 Jahren mit einem Maturaprojekt von Mario Tutic und seiner Schulkollegin. „Da ging es darum, welche Auswirkungen die Alu-Kaffeekapseln auf die Umwelt haben“, erklärt der Gründer der Firma Fabico. Weil es durch die Kapseln einen sprunghaften Anstieg an Aluminiummüll gab, haben sich Tutic und seine damalige Projektpartnerin daran gemacht, ein eigenes Behältnis zu erfinden. Die Entwicklung hat einige Jahre gedauert, bis es zum fertigen Produkt kam. Schlussendlich entstand eine Kapsel aus 100 Prozent Maisstärke. Dadurch ist die Hülle innerhalb von 200 Tagen komplett abgebaut. „Ich habe viel Zeit hinein gesteckt, weil diese Kapseln mein Baby sind“, erzählt Tutic stolz.

Fabico

Geschmackstest

Nun ging es aber nicht nur um den Umweltgedanken. Denn der Kaffee, der in den Kapseln steckt, soll auch schmecken. Momentan bietet Fabico sieben verschiedene Stärken an. Laut den Kunden liegt das Wiener Start-up nicht nur bei der Verpackung, sondern auch beim Geschmack vor dem großen Marktführer aus der Schweiz.

Hinzu kommt, dass der in Italien produzierte Kaffee sowohl Bio als auch Fair Trade zertifiziert ist. „Die Kapsel ist das Eine, aber auch, dass wir auf nachhaltige Produktion des Kaffees achten, gehört zum Alleinstellungsmerkmal“, erklärt Tutic, während er an seinem Kaffee nippt. Der Firmeninhaber, der gelernter Barista ist, konsumiert selbst übrigens zwischen acht und zwölf Tassen seines stärksten Kaffees pro Tag. „Ich trinke ihn in der Früh kurz vor sieben bis spätabends um halb 12. Schlafen kann ich trotzdem gut“, scherzt der Wiener.

Neben klassischen Kaffeesorten gibt es bei ihm auch spezielle Röstungen. Darunter hat er Variationen, wo Haselnüsse oder Kakaobohnen mitgeröstet werden, im Programm. Außerdem gibt es eine entkoffeinierte Version.

Aufmerksamkeit

Im Herbst 2017 wurde das Geschäft im zweiten Wiener Gemeindebezirk eröffnet. Bereits damals war der Zulauf groß. Spätestens aber seit der Ausstrahlung des Pitches bei der Puls4-Show „2 Minuten, 2 Millionen“ und dem Investment von Hans-Peter Haselsteiner war das Interesse enorm, wie Tutic erklärt: „Die Bestellungen gingen durch die Decke. Am Morgen nach der Ausstrahlung haben mich die Leute sogar in der Straßenbahn angesprochen.“

Die Zukunftsvision für Tutic und seine Firma Fabico ist klar: „So groß wie der Schweizer Marktführer werden wir sowieso nicht. Aber das wollen wir gar nicht.“

Sein Ziel ist es, dass zumindest die Österreicher zu den nachhaltigen Kaffeekapseln greifen. Den Weg in den Großhandel sucht der Wiener aber nicht: „Wir wollen nicht neben den ganzen anderen Kapseln im Regal stehen. Wir wollen unser Alleinstellungsmerkmal behalten.“ Darum soll neben dem Onlinevertrieb (www.fabicocoffee.com) auch das Filialnetz ausgebaut werden. Geplant ist ein zweiter Shop in Wien mit inkludierter Gastronomie.

Das Maturaprojekt, aus dem die Kaffeekapsel entstand, bestand Tutic übrigens mit ausgezeichnetem Erfolg.