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Graz
12/22/2016

Murkraftwerk: Baumhöhlen mit PU-Schaum aufgefüllt

Gegner prangern qualvollen Umgang mit Tieren an. Angezeigte Energie Steiermark wehrt sich: "Maßnahme wurde von Experten empfohlen"

Die Gegner des Grazer Murkraftwerks haben am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft Graz eine Anzeige wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz gegen die Energie Steiermark und das Land Steiermark eingebracht. Der Energieversorger hat als vorgezogene Baumaßnahme Baumhöhlen, die Fledermäusen als Winterquartier dienen, mit PU-Schaum aufgefüllt.

UVP-Bescheid

Die Maßnahmen, die vor Baubeginn getroffen werden müssen, sind laut Clemens Könczöl von der Plattform "Rettet die Mur" im Bescheid der Umweltverträglichkeitsprüfung vorgeschrieben. Konkret müssen die Winterquartiere unzugänglich gemacht werden. Das sei auch auf der ganzen Länge, an der Baum-Rodungen und -Schlägerungen an der Mur stattfinden sollen, geschehen, sagte Könczöl auf APA-Anfrage. Doch statt mit "Einweg-Ausgängen", habe die Energie Steiermark die Höhlen mit Montageschaum ausfüllen lassen. Damit sei eine UVP-Auflage nicht erfüllt worden, meinen die Gegner und erhoffen sich dadurch eine aufschiebende Wirkung für den Baubeginn.

"Waldverwüstung"

Könczöl und Johannes Gepp, Präsident des Naturschutzbundes Steiermark, sprachen von einem qualvollen Umgang mit den Tieren und einer "Holzhammer-Methode". Fledermäuse, die bereits in den Höhlen sind, könnten leicht übersehen werden und würden dann verhungern. Zudem sei der PU-Schaum als Abfall einzustufen und daher laut Forstgesetz "Waldverwüstung".

Energie Steiermark: "Maßnahme nötig"

Die Energie Steiermark wies die Vorwürfe am Donnerstag auf APA-Anfrage zurück. Es sei zwar richtig, dass die Höhlen verklebt wurden, das sei aber als Maßnahme im UVP-Verfahren nötig geworden und daher vor etwa eineinhalb Monaten passiert. Durchgeführt hätten das "Fledermaus-Experten", sagte Sprecher Urs Harnik-Lauris: "Zeitpunkt und Art wurden mit den Naturschutz-Behörden abgestimmt."

Zur Website der Plattform "Rettet die Mur"

Website der Energie Steiermark: Fakten zum Murkraftwerk

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