In einer Felsnische lagen über Jahrhunderte hinweg Silbermünzen. Wer sie dort versteckt und warum er sie nie mehr abgeholt hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben

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TIROL
12/02/2013

Münzschatz aus Mittelalter ist Jackpot für Forscher

2009 haben Hobbyarchäologen 1200 Münzen gefunden. Die Nationalbank sicherte sich jetzt den Schatz.

Inflation ist keine Erfindung der Neuzeit. Das zeigt ausgerechnet ein Schatz, der 2009 in einem Wald in Tulfes, Tirol, gehoben wurde. Ein Großteil der rund 1200 Münzen wurde unter Herzog Friedrich IV. von Österreich (1382 bis 1439) geprägt. „Die schlechte Legierung der Münzen zeigt, dass diese damals in Massen produziert wurden“, erläuterte Helmut Rizzolli vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck am Montag in Innsbruck.

Finanzjongleur

„Friedl mit den leeren Taschen“, wie der Herzog genannt wurde, sei einem Finanzjongleur aufgesessen. Der prägte in der Münzpresse Meran Geldstücke und zahlte je nach Produktionsmenge Pacht an den Herzog. Rizzoli hofft, dass Tirols größter jemals gefundener mittelalterlicher Münzschatz weitere Erkenntnisse über die Wirtschaftspolitik der damaligen Zeit ermöglicht. Die Österreichische Nationalbank stellt das gewissermaßen sicher. Sie hat die Münzen gekauft und der Uni Innsbruck als Dauerleihgabe übergeben.

Wie viel Geld sich die Nationalbank das kosten ließ, wurde nicht verraten. Es dürfte sich jedoch um eine fünfstellige Summe handeln. Die wird sich Finder Alexander Altenburger aus Weer mit dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Schatz vergraben war, teilen. Der Hobbyarchäologe erinnert sich jedenfalls noch gerne an jenen Moment, als die Münzen aus dem aufgespürten Versteck purzelten. „Das ist ein Gefühl, das man nur einmal im Leben haben wird.“ Kein Geheimnis ist, was der Schatz im Mittelalter wert war. „Dafür konnte man sich damals 500 Liter guten Wein kaufen“, erklärt Rizzoli.

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