Chronik | Österreich
06.06.2018

„Millionär macht Gemeinde populär“

Hooman Vojdani sorgt in seinem Heimatort Weppersdorf nach der Millionenshow für Gesprächsstoff

Die Sonne scheint in Weppersdorf im Mittelburgenland am Dienstagvormittag mit aller Kraft vom Himmel. Es ist sehr still, nur das Brummen der Rasenmäher ist zu hören. Die meisten der Jungen sind zur Arbeit ausgependelt, vorwiegend Pensionisten sind in der 1800-Seelen-Gemeinde anzutreffen. Dass ein Bürger ihrer Ortschaft, Hooman Vojdani, in Armin Assingers Millionenshow alle 15 Fragen richtig beantworten konnte und jetzt um eine Million reicher ist, ist Gesprächsthema Nummer eins. Auch wenn der Gewinner zurückgezogen lebt, ist die Freude im Ort groß.

„Ich hab mir gedacht, der Bursche schafft das. Durch unseren neuen Millionär ist Weppersdorf jetzt populärer geworden“, sagt Margit Fuchs, als sie sich ein Bier im Café Feuerwerk genehmigt. In der Biobäckerei Gradwohl sorgt Herr Vojdani ebenfalls für Gesprächsstoff. Die Angestellte Anita Schmidt hat den Sieg des 46-jährigen Unternehmensberaters am Montagabend mit ihrer Familie im ORF-Fernsehen mitverfolgt. „Ich freu mich, für unsere Gemeinde ist dieser Sieg ein Renommee.“

„Es ist eine Sensation“

Glücklich sei sie, sagt Anna Ludwig, die einen Steinwurf vom Elternhaus des TV-Gewinners wohnt. „Er ist ein so netter, höflicher, junger Mann. Es ist eine Sensation, dass er gewonnen hat. Hoffentlich zieht die Familie nicht weg, wenn sie so reich ist“, sagt Ludwig zu ihrem Nachbarn Stefan Piringer.

Vojdani selbst bezeichnete sich zu Beginn der Show noch als „Schisser“, schlussendlich war er aber einer der bisher acht Kandidaten, die die Millionenfrage bei der Show richtig beantwortet haben. Was er mit seinem Gewinn machen wird, weiß der 46-Jährige nicht, wie er in der Show erklärte.

„Wissen und Glück“

Beeindruckt von seinem Mitbürger zeigt sich der pensionierte Spenglermeister Willi Kainz . „Herr Vojdani hat viel gewusst, hatte Glück und lustig war sein Auftritt auch.“

„Sehr stolz“ auf den derzeit wohl berühmtesten Gemeindebürger ist Bürgermeister Erich Zweiler ( SPÖ). Vojdanis Familie, die aus Persien stammt, wohne schon sehr lange im Ort. „Sie sind sehr angesehene Leute.“ Um Geld für die Gemeinde wolle er „seinen“ Bewohner aber bestimmt nicht „anschnorren“, erklärt Zweiler. „Aber wir wollen ihm eine Anerkennung überreichen.“

Stolze Mutter

Hooman Vojdani war für ein Interview nicht erreichbar. Seine Mutter, die ihn zur Show begleitete, verlieh ihrer Freude im KURIER-Gespräch Ausdruck. „Unsere Familie hat schon am Montagabend gefeiert.“ Ob sie stolz auf ihren Sohn sei? „Natürlich. Aber nicht, weil er die Million gewonnen hat, sondern weil er so intelligent ist.“ Geld sei nicht alles im Leben, fügte Frau Vojdani an.

Selbst Moderator Armin Assinger zeigte sich beeindruckt: „Für mich war das ein ganz besonderes Ereignis – Hooman Vojdani hat alles bisher Dagewesene mit seiner Schlagfertigkeit in den Schatten gestellt.“

Vojdani schaffte den Sprung in die Mitte bereits am 14. Mai. In seiner ersten Sendung beantwortete er mithilfe aller drei Joker 13 Fragen richtig. In der zweiten Sendung Montagabend meisterte er die 300.000-Euro- und die Millionenfrage ohne Unterstützung. Vojdani ist schon der zweite Burgenländer, der in der ORF-Show die Millionenfrage knacken konnte. Die erste Gewinnerin war Elfriede Awadalla 2005.