Bautätigkeiten an der Gruft von Unternehmer Alexander Omatov: das Mausoleum wird erneut höher

© /Thomas Martinz

Kärnten
08/24/2015

Mausoleum wächst wieder

Seit 2008 narrt russischer Unternehmer wegen letzter Ruhestätte die Behörden.

von Thomas Martinz

Ein Friedhof sollte, wie der Name schon sagt, ein Ort der Ruhe und des Friedens sein. Am Friedhof Klagenfurt/Annabichl hingegen herrscht erneut Wirbel rund um das Mausoleum des Unternehmers Alexander Omatov. Bereits vor Jahren hatte die Behörde einen Rückbau der mächtigen "Kapelle" vorgeschrieben, doch nun wächst die Gruft erneut.

Die Grabstätte ist zweifelsohne das bekannteste unfertige Gebäude Klagenfurts. An prominenter Stelle, gleich neben dem Eingang am Nord-Friedhof, standen einst eine Trauerweide und ein Bankerl, das zum Verweilen einlud. Seit 2008 wächst hier jedoch ein Mausoleum und seit diesem Zeitpunkt narrt der Russe Alexander Omatov mit seiner Dauerbaustelle die Ämter und sorgt für erhitzte Gemüter bei Friedhofsbesuchern: entgegen dem Baubescheid ließ er seine Gruft überdimensional anwachsen. Die Stadt verordnete nach zahllosen Änderungsanträgen, dass das Bauwerk wieder auf die bewilligte Größe schrumpfen müsse. Dem kam Omatov, der einst im Stahlhandel tätig gewesen sein soll, nach jahrelangem Drängen nach. Fertigstellen ließ der 64-Jährige seine letzte Ruhestätte allerdings nie, wie das Bild aus dem Jahr 2014 beweist.

Nun erhielt Klagenfurts Friedhofsreferent Christian Scheider (FPÖ) ein Schreiben von der Friedhofsverwaltung. "Der Bau wird plötzlich in der ursprünglichen Höhe bewilligt. In Absprache mit der Bürgermeisterin (Maria-Luise Mathiaschitz/SPÖ, Anm.) und der Baubehörde wird jetzt eine überdimensionale Kuppel bewilligt", sagt der Vizebürgermeister.

Bei einem KURIER-Lokalaugenschein am Montag fiel nicht nur rege Bautätigkeit am Mausoleum auf. Es wurde offensichtlich, dass die Grabstätte gewachsen ist. Scheider: "Wir werden prüfen, ob die aktuellen Arbeiten überhaupt widmungsgemäß vonstatten gehen."

Geänderte Kuppelform

Die Stadt bestätigte, dass es ein Änderungsansuchen Omatovs vom 10. August 2015 gebe, der Rückbau des Betonringes sei nicht betroffen. "Da die jetzt beabsichtigte Kuppelform eher einer original orthodoxen Kuppelform entspricht, haben sowohl die Sachverständigen des Bundesdenkmalamtes als auch jene der Abteilung Stadtplanung der Änderung der Kuppelform zugestimmt.Die Baumaßnahmen entsprechen der Planunterlage", heißt es. Mathiaschitz war nicht erreichbar. Omatov selbst versorgt die Presse zwar seit Jahren mit Schlagzeilen, bleibt für Journalisten aber unauffindbar.

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