Mann rettete Kanutin das Leben
Es war eine extrem mutige Aktion, mit der ein rumänischer Trainer am Dienstag das Leben einer 14-Jährigen im Hafenbecken Linz gerettet hat. Die Gefahr war groß, dass er und das Mädchen beim Rettungsversuch zwischen einem Beiboot und der Hafenmauer erdrückt werden. „Die Strömung hätte den Schubschiffverband wieder gegen die Kaimauer drücken können", bestätigen die zum Unfallort gerufenen Polizisten.
Der dreifache Kanu-Vizeweltmeister Vasile Lehaci, 47, hatte zuvor vom Ufer des Winterhafens aus das Training von vier Schützlingen beobachtet. Dort sind die Sportlerinnen des LFC Linz in der Ferienzeit zwei Mal täglich mit Kajaks unterwegs.
Derzeit liegt im Hafenbecken auch das Schubschiff „ Grafenau" vor Anker, dessen Motor und Steuergerät repariert werden müssen. Gegen 9.50 Uhr dürften aber die Maschinisten unerlaubterweise den Motor gestartet haben. Die Folge waren riesige Wellen, die auf die Sportlerinnen zukamen.
Während drei Schülerinnen mit letzter Kraft noch ausweichen konnten, wurde Verena L. voll erwischt. „Die Verena ist weg", rief eine der Schülerinnen in Panik. Trainer Lehaci, der den Zwischenfall selbst beobachtet hatte, sprang von seinem Fahrrad in die Donau.
„Ich hab` keine Luft mehr gekriegt, die Strömung hat mich unter die drei Schiffe gezogen", erzählt L. im KURIER-Gespräch. Zum Glück geriet die mehrfache Jugendstaatsmeisterin nicht in Panik – sie versuchte, unter dem Schubschiff abzutauchen. Dann war Lehaci zur Stelle, half ihr zwischen Kaimauer und Schiff aus dem Wasser. „In so einem Moment gibt es kein Zögern, da greift man ein", sagt der Lebensretter.
Er erlitt eine schmerzhafte Schulterverletzung. Beide wurden ins Spital gebracht. „Ich hab` mir nur den Kopf angehaut und Abschürfungen", sagt L. Der Kapitän des Schiffsverbandes erlitt einen Schock. Er kann erst heute einvernommen werden. „Jeder weiß, das ist eine motorberuhigte Zone, wo ein Wellengang nicht erlaubt ist", kritisiert Verenas Vater Wolfgang L: „Mir ist unerklärlich, wie das passieren konnte."
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