Chronik | Österreich
05.10.2018

Lkw fing im Tunnel Feuer: 100 Menschen konnten flüchten

Im Gleinalmtunnel entkamen Autolenker einer Brandtragödie. Nun droht wichtiger Nord-Süd-Verbindung wochenlange Sperre.

Die gute Nachricht: Von den rund 100 Menschen, die im brennenden Tunnel waren, wurden nur zwei leicht verletzt. Sie wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Spital eingeliefert.

Die schlechte Nachricht: Eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen der Steiermark dürfte ziemlich lange gesperrt bleiben. Der rund acht Kilometer lange Gleinalmtunnel kann zwar über S 6 und S 35 umfahren werden, die Strecke ist aber rund 30 Kilometer länger. Fällt der Tunnel weg, steigt das Verkehrsaufkommen dort: Pro Tag fahren bis zu 20.000 Kfz durch den Gleinalmtunnel. Auf den Ausweichrouten war der Unfall  bereits Freitagnachmittag spürbar:  Es gab Verzögerungen von bis zu zwei Stunden.

Vier Millionen Euro

Der Sachschaden ist derzeit ebenfalls noch nicht abschätzbar. Noch stehen die ausgebrannten Wagen im Tunnel,  Röhre wird wochenlang gesperrt bleiben und saniert werden  müssen. Sie  ist neu und wurde erst 2017 eröffnet: Derzeit wird  die alte Röhre des Gleinalmtunnels adaptiert, sämtlicher Verkehr fließt deshalb über die neue. Ab 2019 soll der Tunnel zweiröhrig sein.
Vier Millionen EuroErfahrungswerte gibt es allerdings aus 2016: Nach einem Busbrand  war der Gleinalmtunnel drei Wochen lang gesperrt, Sanierung und Ausfall der Maut kosteten den Straßenerhalter ASFINAG damals rund vier Millionen Euro. Damals galt es, nach dem Vollbrand des Busses Decken, Wände und Statik wieder her zu stellen.


Über eines sind sich Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Polizei einig:  Freitagmittag entgingen geschätzte 100 Menschen einem Brand, der zu einer Tragödie hätte werden können. Ein als Sondertransport deklarierter Sattelschlepper fing einen Kilometer vom Südportal entfernt Feuer,  vermutet wird ein technischer Defekt. Der Chauffeur selbst soll laut Feuerwehr noch versucht haben, den Brand selbst zu einzudämmen, doch er hatte keine Chance. Er soll dann selbst noch andere Autofahrer gewarnt und darauf gedrungen haben, dass sie sich durch die Fluchtgänge retten.


Das sei genau das richtige Verhalten gewesen, loben die Einsatzkräfte Stunden später, als der Großalarm aufgehoben war. 53 Menschen wurden von der Feuerwehr über das Nordportal der zweiten Tunnelröhre ins Freie begleitet, 31 über die südliche Einfahrt, weitere könnten auch schon zuvor allein ins Freie gelangt sein.