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Chronik Österreich
03/19/2019

Liste Jetzt will „tierfreundliches“ Schlachten forcieren

Anfrage an Umweltministerin, ob künftig Helium statt CO² in Schlachthöfen zum Einsatz kommen könnte.

Anfrage. 5.124.007 Schweine sind im Jahr 2017 in Österreichs Betrieben geschlachtet worden. Etwa die Hälfte der Tiere, die als Schnitzel oder Kotelett auf unseren Tellern landeten, wurde laut dem Verein gegen Tierfabriken vor der Schlachtung mit Kohlendioxid betäubt. Die Schweine, so das Ziel, sollen durch das Einatmen des Gases bewusstlos werden und so beim Schlachten keine Schmerzen spüren.

Doch zuletzt machten immer mehr Tierschutzorganisationen und auch der Wissenschaftliche Ausschuss für Tiergesundheit und Tierschutz der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit darauf aufmerksam, dass diese Schlachtmethode möglicherweise kein Tierleid erspart. So sollen die Tiere Erstickungssymptome zeigen und die ausgeschütteten Stresshormone die Fleischqualität mindern.

Als Alternative könnte Helium dienen, wie ein Tierarzt am Deutschen Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel erforscht hat. Während in Deutschland zuletzt zumindest über Tierschutzstandards diskutiert wurde, vermisst die Liste Jetzt diese in Österreich.

„Es steht jeder Person in einer Gesellschaft frei, sich von Tieren oder auch fleischlos zu ernähren. Wo jedoch die Politik Verantwortung zu übernehmen hat, ist, wie mit den Lebewesen, die für unsere tagtäglichen Speisen ihr Leben geben müssen, umgegangen wird“, sagt Tierschutzsprecherin Daniela Holzinger-Vogtenhuber.

Anfrage

Mit einer parlamentarischen Anfrage will sie nun von Umweltministerin Elisabeth Köstinger wissen, ob geplant ist, Anreize für tierfreundliches Schlachten zu schaffen und wie das Ministerium zum Einsatz von Helium steht. „Ich fordere Ministerin Köstinger auf, Tieren bei ihrer Schlachtung unnötiges Leid zu ersparen und Verbesserungen in diesem Bereich umzusetzen.“