Chronik | Österreich
21.11.2018

Die Liebe zur Fotografie zu einem Event gemacht

Die Organisatoren der „Photo+Adventure“-Messe über die Entwicklung in den letzten 14 Jahren.

Oliver Bolch und Thomas Wiltner sind die beiden Organisatoren der "Photo+Adventure", Österreichs größter Fotomesse, die dieses Wochenende in der Messe Wien stattfinden wird. Beide leben in Niederösterreich. Der eine im Tullnerfeld, der andere südlich von Wien. Gemeinsam haben Bolch und Wiltner auch ihre Liebe zur Fotografie, auch wenn der Weg dorthin sehr unterschiedlich war. „Ich war nach der Matura eine Zeit lang im Ausland unterwegs. Fotografiert habe ich vorher schon gerne, aber bei diesen Reisen habe ich dann die tatsächliche Liebe dazu entdeckt und wollte das gerne weiter machen“, erzählt Bolch, der bis heute dabei geblieben ist und als Fotograf durch die Weltgeschichte reist.

Geschichte ist ein gutes Stichwort, denn Wiltner ist auf der anderen Seite ein ambitionierter Hobbyfotograf, wie er sich selbst bezeichnet. Als gelernter Geograf und Historiker hat er aber einen anderen Zugang zur Fotografie: „Ich wollte immer die Geschichten hinter den Orten erzählen, die ich fotografiere.“ Kennengelernt haben sich die beiden bei einer Vortragsreihe an der Universität Wien. Das Konzept einer Fotomesse war schnell erarbeitet und so starteten sie 2004 in kleinem Rahmen. Damals waren in erster Linie Vorträge von namhaften Fotografen das Zugpferd.

Entwicklung

Heute zielt die Messe aber vor allem auf Aussteller und Fans ab. „Die Vorträge gehören zum Rahmenprogramm“, erzählt Wiltner. Nach und nach wurde die Messe immer größer. Die Organisatoren versuchten es mit einem zweiten Standort in Linz und verschiedenen Intervallen. Schlussendlich landete man beim jährlichen Termin in Wien.

Und das bei Tausenden Besuchern durchaus erfolgreich, obwohl Messen immer mehr mit Problemen zu kämpfen haben. Doch Wiltner sieht das pragmatisch: „Offenbar haben wir in den letzten Jahren sehr viel richtig gemacht und darum kommen die Leute auch gerne.“

Schwierige Zeit

Insgesamt ist die gesamte Fotografie-Branche im Umbruch. Vor allem in Österreich hat sich seit 2013, als Fotografie zum freien Gewerbe wurde, viel geändert. Für die beiden Organisatoren ist die Entwicklung ein zweischneidiges Schwert. Vor allem für Berufsfotograf Bolch: "Auf der einen Seite ist es natürlich für die vielen Hochzeitsfotografen und Leute mit Studio eine schwierige Situation, weil nun jeder die Fotografie offiziell ausüben darf. Auf der anderen Seite ist es für uns als Organisatoren der Messe natürlich auch etwas positives. Denn so kommen viel mehr Menschen zur Fotografie und wir können so auch mehr Leute mit der Messe ansprechen."