Fleischermeister Gugerell aus Aspang (rechts) probiert Michael Pammesbergers Zeichenstift aus

© Kurier/Juerg Christandl

Chronik Österreich
12/20/2019

Leser treffen Redakteure

Wenn Leserbriefschreiber uns einmal persönlich ihre Meinung sagen.

Freude, Nachdenklichkeit, Überraschung, Staunen, Ärger. All das können Leserbriefe auslösen. Grund genug, unsere treuesten Leserbriefschreiber vor den Vorhang zu holen. Sechs Begegnungen.

Mitten ins Herz: „Neues von der Huzo“: Birgit Braunrath und Beagle Daria treffen Helga Frühwirth und Colliemischling Frida

Spannend ist es, mit Leserinnen und Lesern über meine Glossen auf Seite 1 zu diskutieren. Entspannend ist es, Reaktionen  auf die Sonntagskolumne „Ein Beagle namens Daria“ zu beantworten. Da trifft der Titel „Mein Freund, der Leser“ mitten ins Herz. Durch Daria sind Freundschaften entstanden. Etwa mit Uschi und Klaus, die Daria ins Herz schloss, als sie einst ein „Überraschungsgeburtstagstreffen mit dem Zeitungshund“ organisierten. Oder mit Margit, die sich von Daria trösten ließ, als sie ihre Hündin verlor und  nun Mut gefasst hat, wieder eine Hundedame in ihr Leben zu lassen.
Besonders witzig sind jeden Sonntag die pointierten Betrachtungen, die uns Helga Frühwirth mailt. Unter „Neues von der Huzo“ erzählt sie, was sie und Colliemischling Frida so treiben. Huzo ist die Hundezone an der Alten Donau, Daria und ich kennen inzwischen die Schrullen und Eigenheiten aller Hundedamen und -herrn dort. Wir bedanken uns bei Helga Frühwirth und Frida für das Schmunzeln, das sie uns jedes Wochenende frei Haus liefern!
 nd ein großes Danke an alle Leserinnen und Leser, die uns an ihren heiteren und herzergreifenden Hundeerlebnissen teilhaben lassen. Es ist eine Freude.
 

Der Meister beim Zeichnen: Michael Pammesberger lässt sich von Fleischermeister Gugerell etwas vormalen

Das ist natürlich großartig, dass mein „Fan“ ausgerechnet ein Fleischhauer ist und mich vor Weihnachten im KURIER besucht, da kann er mir gleich den Festtagsbraten liefern. „Fan“ ist ja das falsche Wort: Der steht ja nicht in der Südkurve und grölt herum: „Pammesberger  – hau eahna ane in die Goschn!“ Nein, der Fleischermeister Gugerell aus Aspang ist eher ein amüsierter, kritischer Betrachter, ein politisch kundiger Leser – der hat ja ein Hirn, und das nicht nur auf Bestellung. Im Gespräch wird sofort klar: Essen und Trinken sind mittlerweile hochpolitische Angelegenheiten. Dürfen Veganer eigentlich Witze über Hühner zeichnen? Meine Zeichnungen werden ja, wie seine Spezialitäten, liebevoll zubereitet,  jedes Thema wird ausgeschlachtet und verwurschtet (from nose to tail). So mancher wird zerlegt und gegrillt.  „Aber deine ,Opfer’ bleiben letzten Endes doch am Leben“, meint Johannes Gugerell. „Meistens.“ Schmäh hat er. Und zeichnen? Er probiert meine Feder… und ich bin nun im Besitz eines echten Gugerell.  Soll ein Elefant sein, sieht aber aus wie ein von mir mit Sprengstoff zerlegtes Schweinsrückenstück (nach dem Verdauen)… Hoffentlich hat er wen, der ihm ein Schweindl auf die Tafel im Geschäft zeichnet.

Ohne ihre Post wär’ es der halbe Spaß: Simone Hoepke über Anneliese Schöffl und Hans Windbrechtinger.

Diese Woche hatte Anneliese Schöffl Geburtstag und ich sag’ es gleich: Wenn sie zu diesem Anlass kein Glas Wein getrunken hat, bin ich schuld. Im Sommer 2016 hab’ ich in einer Kolumne von meiner ersten Weinlese erzählt.  Aus meiner Sicht die reinste Albtraum-Veranstaltung – nicht nur für Buddhisten. Unmöglich, alle  Käfer zu retten – sie kleben wie Pech an den Trauben und fahren mit dem Traktor direkt zur Presse.  „Muskulöse“ und „würzige“ Tropfen bekommen so eine ganz neue Bedeutung. Frau Schöffl hat mir  prompt geschrieben, dass ich schuld bin, dass sie keinen Wein mehr mag. Der Beginn einer jahrelangen Brieffreundschaft. Frau Schöffl droht mir regelmäßig, selbige zu kündigen, wenn ich ihr auch noch den Kaffee madig schreibe. Würde ich nie machen – ohne ihre Post würde wirklich etwas fehlen. Hans Windbrechtinger kommentiert ebenfalls seit drei Jahren meine Wirtschaftsberichte und Kolumnen. Oft kritisch, stets mit einem Augenzwinkern, immer auf eine Art, die  motiviert, weiter zu machen. Ohne Leser wie diese wäre der Job nur der halbe Spaß. Danke dafür.

Komisch, wenn mir Frau Wirth nicht schreibt: Barbara Mader trifft Brigitte Wirth.

Unsere erste Begegnung war von Skepsis geprägt, mehr noch: Frau Wirth hat sich ein bisserl über mich geärgert. Ich hatte mich in einer Kolumne darüber amüsiert, dass ein Wiener Bezirk  von seiner japanischen Partnerstadt Schmetterlingsraupen geschenkt bekommen hatte. Launig bemerkte ich, dass man sich darob keine Sorgen über die heimische Botanik machen müsse, die Raupen des japanischen Nationalfalters würden  ja ohnehin bloß asiatische Zürgelbäume futtern. Na, mehr habe ich nicht gebraucht, denn Zürgelbäume wachsen nicht nur in Japan, sondern auch im Garten von Frau Wirth. Das war  der Beginn einer wunderbaren Brieffreundschaft. Es stellte sich heraus: Wenn ich nicht gerade über Botanik schreibe, dann kann Brigitte Wirth, ehemalige Lehrerin,  mit meinen wöchentlichen Betrachtungen über Wien einiges anfangen. Sie ist eine  ausgesprochene Wien-Kennerin und hat Anekdoten auf Lager, mit denen sie selbst  Kolumnen füllen könnte. Einige davon teilt sie mit mir. Meistens am Sonntag, wenn sie mit dem KURIER und sämtlichen  anderen Zeitungen, die sie am Wochenende liest, durch ist. Und wenn mit Frau Wirth an manchen Sonntagen  nicht schreibt, dann hab’ ich das Gefühl, mir fehlt was.  
 

Informiert, witzig, höflich: Michael Bachner über Leser-Vorbild Friedrich-Karl Ludwig
LG, Ihr Ludwig“, so vertraut enden alle eMails meines Lieblingslesers. Er schreibt mir und vielen anderen Journalisten seit Jahren in schönster Regelmäßigkeit. Freilich keine  Leserbriefe, das wäre eine krasse Untertreibung. Friedrich-Karl Ludwig aus Hauskirchen (NÖ) verfasst informierte, kurzweilige, wirklich lesenswerte  Kurzkommentare zu Politik und Weltgeschehen. Der  frühere Software-Mann und spätere  Spezialist für Vorsorgewohnungen greift auf historisches Detailwissen  und einen jahrzehntelang gepflegten Anekdoten-Schatz zurück. Ludwig ist ein Vorbild. Der umtriebige Pensionist formuliert nicht nur witzig und oft mit einem Schuss Ironie, er belegt seine Aussagen auch mit Zitaten und Fußnoten, arbeitet mit Anmerkungen und Analogien, um zu überzeugen. Niemals beschimpft oder beleidigt er den Redakteur – selbst dann nicht, wenn beide unterschiedlicher Ansicht sind. Und geht ihm doch einmal der Schmäh über irgendeine politische (Witz-)Figur aus, streut er flugs sein Lieblingszitat von Gerhard Bronner ein. Es  handelt vom „Niedergang des Kabaretts durch die erdrückende Konkurrenz der Realität“. LG, Ihr Bachner

 

 

Ansichten in Wort, aber auch in Bild: Marlene Auer trifft Pia Klawatsch.

Kein Leserbrief ohne Foto im Anhang: Frau Klawatsch schreibt nicht nur gerne über ihre Ansichten zu den schönen Seiten im Leben, sie fotografiert auch aus Leidenschaft.  Direkt ins Bild setzt sie dazu passende Texte und teilt damit Ein- und Ansichten aus ihrer ganz persönlichen Welt mit uns.  Da kann es schon mal vorkommen, dass im Sommer Fotos von lila Malven oder von Falläpfeln für den Apfelstrudel in der Mailbox landen – Erlebnisbericht inklusive. Etwa im Jahr 2001 habe sie ihren ersten Leserbrief geschickt, erinnert sich Frau Klawatsch, die in ihrem Berufsleben Volksschullehrerin war und damals über den Vater einer Schülerin zum KURIER und zur  fand  – die jeden Samstag „den Vorrang hat“. Die ganze Woche freue sie sich darauf, die neue Ausgabe zu lesen – besonders die kulinarischen Geschichten und Rezepte, aber auch die Rubrik Plus/Minus gefallen ihr, früher auch die Texte des ehemaligen Kolumnisten Ernst Molden. Auch er soll sie als „treueste Leserbriefschreiberin“ bezeichnet haben, erzählt Frau Klawatsch. Bei ihrem Besuch in der Redaktion ist die Kamera natürlich mit dabei, die Fotos samt Texten trudelten kurz darauf in meiner Mailbox ein. Danke für die An- und Einsichten.  Lg, Marlene Auer

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