Chronik | Österreich
17.04.2018

Leiche aus dem Neusiedlersee könnte ungarischer TV-Star sein

Laut Zahn-Analyse war die Tote zwischen 20 und 40 Jahre alt. Ob es sich um den ungarischen TV-Star handelt, ist unklar

Seit am Montagabend weitere Leichenteile im Neusiedler See bei Rust gefunden wurden, überschlagen sich in den Medien die Spekulationen über die Identität der Frau. Laut Berichten in ungarischen Medien soll es sich um das ungarische TV-Starlet „Fanni“ handeln. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend gegenüber dem KURIER erklärte, soll es sich bei der Toten um eine Frau im Alter zwischen 20 und 40 Jahren handeln. Die Gerichtsmedizin habe das im Rahmen einer "vorläufigen Befundung" aufgrund einer Zahn-Analyse festgestellt, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Freund der 24-Jährigen steht jedenfalls  im Verdacht, die junge Frau ermordet zu haben. In seinem Auto sollen Blutspuren gefunden worden sein. Der Mann befindet sich in Ungarn in Untersuchungshaft und bestreitet die Vorwürfe. Laut dem Internetportal „Blikk“ habe die Mutter der 24-Jährigen der Polizei eine Locke ihrer Tochter übergeben, die eine Identifizierung ermöglichen soll.

Österreichische Ermittler gehen derzeit allerdings nicht davon aus, dass es sich bei der Leiche aus dem See um den vermissten TV-Star handelt. Das sei „fast auszuschließen“, heißt es aus gut informierten Kreisen.

Andere Gerüchte besagen, dass es sich bei der Toten um die Ex-Frau eines ungarischen Fleischhauers handle. Die 40-Jährige ist laut dem Portal „Bors.hu“ seit 2014 verschwunden. Der Fleischer war verdächtigt worden, sie getötet zu haben.

Der Eisenstädter Staatsanwalt Roland Koch kann die Vermutungen nicht bestätigen. „Die Identität der Toten ist noch unklar.“ Zudem gebe es auch „keinen speziellen Verdacht“. Laut den Ermittlern treffen seit Bekanntwerden der Leichenteil-Funde ständig neue Hinweise und Spekulationen ein, denen nachgegangen werden müsse. Es wurden bereits sämtliche Vermisstenfälle aus allen österreichischen Bundesländern abgeglichen. Bisher sei kein Treffer dabei gewesen. Zudem arbeite man ohnehin mit den ungarischen Behörden zusammen.

Hände und Füße fehlen

Wie berichtet, hatte ein Schilfschneider Freitagmittag den Torso einer Frau rund 800 Meter vom Ufer entfernt im Wasser treiben gesehen. Cobra-Taucher fanden dann am Abend auch noch den Kopf. Die Suchaktion nach den Extremitäten wurde fortgesetzt und am Montagabend hat die Polizei auch zwei Unterarme sowie einen Ober- und einen Unterschenkelknochen gefunden. Was noch fehle seien die Hände, die Füße und ein Bein. Die Suche nach den Leichenteilen wurde am Dienstag fortgesetzt.

Ein offizielles Obduktionsergebnis soll erst bekannt gegeben werden, wenn alle Leichenteile gefunden wurden, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Ob die Identität der Toten geklärt werden könne, ist nicht sicher. „Wenn die Frau von weiter her kommt und keine Vermisstenanzeige gemacht wurde, wird es schwer“, sagt ein Ermittler.