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Chronik | Österreich
03/16/2019

Lawinengefahr im Westen stellenweise "sehr heikel"

In Tirol bleibt die Warnstufe 4 in über 2.200 Meter aufrecht. Ein Tscheche wurde in der Steiermark schwer verletzt.

Die Lawinengefahr im Westen Österreichs bleibt weiterhin groß. Während der Lawinenwarndienst Vorarlberg die Gefahr am Samstag wieder von Stufe 4 auf 3 senkte, blieb es in Tirol bei der zweithöchsten Warnstufe 4. Die Prognosen für das Wochenende sind unterschiedlich und abhängig von lokalen Bedingungen.

Der Tiroler Lawinenwarndienst sprachen von einer "weiterhin sehr heiklen Lawinensituation": Neu- und Triebschnee von Freitag blieben störanfällig, es komme zu einem Anstieg der Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen mit der tageszeitlichen Erwärmung und der Sonneneinstrahlung. "An diesem ersten sonnigen Tag ist Zurückhaltung angebracht. Viel Neuschnee und Triebschnee vom Freitag müssen an allen Expositionen oberhalb von rund 2.200 m vorsichtig beurteilt werden. Schon einzelne Wintersportler können an vielen Orten Lawinen auslösen, auch große", so der Lawinenwarndienst Tirol. In der Tendenz bleibe die Lawinengefahr für weite Teile Tirols "erheblich".

Ausschlaggebend für Warnstufe 4, die für Vorarlberg am Freitagmittag kurzfristig ausgegeben worden waren, waren die auch hier registrierten ausgiebigen Neuschneefälle, die lokal die Schneedecke um bis zu 90 cm anwachsen hatten lassen. In Vorarlberg wurde am Samstag die Lawinengefahr als in der Tendenz "fallend" bezeichnet. Im Detail wurde die Gefahr durch trockene Lawinen am Sonntag als abnehmend konstatiert, die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen werde am Sonntag im Tagesverlauf jedoch ansteigen und am Montag mit der erwarteten Abkühlung abnehmen.

Lawine ging auf Skipiste nieder

Samstagnachmittag haben sich die Warnungen des Lawinendienstes Tirols in Neustift im Stubaital (Bez. Innsbruck-Land) durch den Abgang einer Lawine im Bereich des Gaisskars bestätigt. Ausläufer gingen auf eine Skipiste nieder. Rund 40 Personen sondierten mit zwei Lawinenhunden den Kegel. Gegen 16.40 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden, es waren keine Personen verschüttet worden.

Schwerverletzter auf Tauplitz

Am Freitagnachmittag kam es auf der Tauplitz bei Bad Mitterndorf in der Steiermark zu einem Unfall. Ein 32 Jahre alter Tourengeher aus Tschechien ist von einer Lawine erfasst und schwer verletzt worden. Seine drei Begleiter kamen laut Polizei mit dem Schrecken davon.

Die beiden Ehepaare wollten von der Tauplitzalm mit Tourenskiern auf den 1.890 Meter hohen Rosskogel gehen. Im Bereich des Steirersees beschlossen sie aufgrund des schlechten Wetters umzukehren. Bei der Abfahrt in Richtung Steirersee gerieten sie zu weit nach rechts, wobei der 32-Jährige vorausfuhr. Bei der Einfahrt in einen sehr steilen Hang löste er ein Schneebrett aus, das ihn etwa 200 Meter weit mitriss. Er wurde gegen einen Baum geschleudert und blieb schwer verletzt liegen. Seine Begleiter, die nicht in die Lawine geraten waren, leisteten Erste Hilfe und riefen Hilfe. Das schlechte Wetter verhinderte vorerst einen Einsatz des Hubschraubers, Rettungstrupps stiegen zum Unglücksort auf. Da sich das Wetter dann besserte, konnte der Tscheche knapp vor 17.00 Uhr doch noch vom Hubschrauber mittels Tau an Bord genommen werden, er wurde nach Bruck/Mur ins Krankenhaus geflogen.

Erhebliches Risiko in Teilen Niederösterreichs

Die Lawinengefahr wird für Sonntag in den Ybbstaler Alpen und im Rax-Schneeberg-Gebiet als "erheblich" und damit mit Stufe drei auf der fünfteiligen Skala bewertet. Mit der Erwärmung und Einstrahlung komme es in diesen Bereichen vermehrt zu spontanen, nassen Schneebrett- und Lockerschneelawine, teilte der Warndienst Niederösterreich am Samstagnachmittag mit.

In den übrigen Gebieten des Bundeslandes wurde die Gefahr als "gering" (Stufe 1) angesehen. Nach dem durchwegs frühlingshaften Sonntag soll ein Wetterumschwung in der Nacht auf Montag Niederschlag bringen. "Die Schneefallgrenze sinkt rasch auf 500 bis 800 Meter ab", hieß es im Lagebericht. Die Lawinengefahr wird laut Prognose auch am Montag in Teilen des Bundeslandes auf Stufe 3 bleiben.