A dentist checks the teeth of a U.S. patient, at a dental clinic in San Jose, November 1, 2012. Around 40,000 medical tourists visited Costa Rica last year, compared to 36,000 in 2010 and 30,000 in 2009. Most of them are American and Canadian, according to the country's tourism institute, ICT. Of that number, almost 15,000 of them traveled for dental care, said Massimo Manzi, director at Promed, the council for international promotion of medicine in Costa Rica. Picture taken November 1, 2012. REUTERS/Juan Carlos Ulate (COSTA RICA - Tags: HEALTH SOCIETY TRAVEL)

© Reuters/JUAN CARLOS ULATE

Kurpfuscherei
02/25/2013

Zahnarzthelferin zog Patienten selbst die Zähne

Eine 23-jährige Salzburgerin soll Kranke auf eigene Rechnung zu überhöhten Preisen behandelt haben.

Eine 23-jährige Zahnarzthelferin steht unter Verdacht, von Sommer 2012 bis zu ihrer fristlosen Kündigung im November 2012 medizinische Eingriffe an Patienten durchgeführt zu haben. Die Behandlungen fanden in der Ordination ihres Chefs, einem 49-jährigen Zahnarzt in Salzburg statt, bei dem die Frau schon in die Lehre gegangen war.

Im Sommer 2012 begann die Frau, Termine von Patienten zu verschieben – immer auf Zeiten, zu denen der Zahnarzt nicht in der Ordination anwesend war. Patienten, die zur Anmeldung kamen, fing die Helferin ab und vereinbarte eigene Termine an Nachmittagen. Gegenüber diesen Patienten gab sich die 23-Jährige als diplomierte Zahnärztin aus München und als Vertretung des erkrankten Zahnarztes aus.

„Insgesamt hat die Frau vier Patientinnen im Alter zwischen 40 und 82 Jahren behandelt“, sagt Eva Wenzel von der Polizei Salzburg. Die 23-Jährige führte Zahnbehandlungen durch, bohrte Zähne oder zog diese. Die Frau fertigte auch Prothesen an, passte die Zahnersätze an und setzte sie ein. Für erbrachte Leistungen kassierte sie überhöhte Geldbeträge. Auch für nicht erbrachte Leistungen verlangte sie Bargeld oder kassierte im Voraus.

Wie die Polizei nun bekannt gab, ersuchte die Zahnarzthelferin Patienten auch um Darlehen. Für ihre Geldnot gab die Frau in einem Fall an, dass ihre Mutter erkrankt sei; ein anderes Mal behauptete sie, dass sie nach dem Tod ihrer Mutter Begräbniskosten begleichen müsse. In einem Fall übergab ihr ein 69-jähriger Mann knapp 10.000 Euro.

Beschwerden bei der Ärztekammer wegen überhöhter Behandlungspreise führten schließlich zu den Ermittlungen. In einer ersten Einvernahme bei der Staatsanwaltschaft bekannte sich die Frau des schweren Betruges und der Kurpfuscherei schuldig. Eine genaue Schadenssumme ist noch nicht bekannt. Wenzel: „Jetzt wird ermittelt, wie viele Patienten die Frau noch behandelt hat.“

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