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Chronik Österreich
09/18/2018

Kollision zwischen Zug und Linienbus: Buslenkerin tot

Graz: Insgesamt hat der Rettungsdienst elf Patienten versorgt. Das Unglück geschah gegen 8 Uhr.

Bei der Frau, die durch die Kollision zwischen einem Grazer Linienbus und einem Zug der Graz-Köflacher-Bahn (GKB) ums Leben kam, handelt es sich um die 34-jährige Buslenkerin. Die Grazerin ist laut Polizei noch an der Unfallstelle verstorben. Das Rote Kreuz korrigierte indessen am frühen Nachmittag seine Zahlen: Insgesamt hat der Rettungsdienst elf Patienten versorgt, wobei das Todesopfer eingerechnet ist. Drei Patienten wurden in das LKH Graz, vier in das UKH Graz und drei ins Krankenhaus nach Wagna gefahren oder mit zwei ÖAMTC-Hubschraubern geflogen. Unter den zehn Patienten sind zumindest sieben, die schwere Verletzungen erlitten haben.

Laut Lukas Kundigraber vom Roten Kreuz waren alle Unglücksopfer Passagiere des Busses. Im Zug wurde demnach niemand verletzt. Dieser war laut GKB mit rund 70 Personen besetzt. Nach der Kollision mit dem Linienbus sprangen alle Achsen der Garnitur aus den Gleisen. In einer Aussendung teilte die GKB mit, dass eine Überprüfung ergeben habe, dass die Licht-Signalanlage funktionierte.

Einsatzleiter Klaus Baumgartner von der Feuerwehr schildert im Video den vermuteten Unfallhergang:

Keine Rettung für die Buslenkerin

Neben den mehr als 65 Sanitätern und Ärzten waren auch drei Hubschrauber im Einsatz - zwei des ÖAMTC und einer des Innenministeriums. Sie landeten zum Ausfliegen der Verletzten auf dem Fußballplatz des Vereins LUV, der sich direkt neben dem Bahnübergang befindet. Die Verletzten wurden laut Kundigraber in das LKH sowie das UKH Graz und in das Krankenhaus nach Wagna geflogen. Für die 34-jährige Buslenkerin allerdings gab es keine Rettung mehr. Die meisten Verletzten im Bus waren im vorderen Bereich gesessen oder gestanden.

Das Rote Kreuz hat noch am Vormittag eine Hotline eingerichtet, bei der Betroffene anrufen können, um das Erlebte in Gesprächen aufzuarbeiten. Die Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams sind unter der Nummer 14844 zu erreichen. Eine Vorwahl ist nicht nötig, sagte Kundigraber.

"Es ist furchtbar"

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) zeigte sich in einer ersten Reaktion erschüttert: "Es ist furchtbar, wenn so ein tragischer Unfall passiert. Spekulationen über die Hintergründe werde ich keine anstellen, denn als erstes gilt es, das tiefste Mitgefühl dem Gatten und den Angehörigen der tödlich verunglückten Buslenkerin auszusprechen. Wir hoffen und beten für jene, die schwer verletzt wurden. Mein Dank geht auch an die Einsatzorganisationen, die in bewährter Weise sehr rasch und effizient am Unfallort geholfen haben."

Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ) drückte ebenfalls ihre Bestürzung aus: "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und Kolleginnen und Kollegen der verstorbenen Buslenkerin und unsere Gedanken und Hoffnungen sind bei den Verletzten." Holding-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Malik meinte zum tragischen Unfall: "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Graz Linien, wir alle bei der Holding Graz, trauern um eine engagierte, junge Frau, sind tief betroffen."

Von einem "Schwarzen Tag" für den steirischen Verkehr sprach Landesrat Anton Lang (SPÖ): "Mein tiefstes Mitgefühl gilt nach dieser furchtbaren Katastrophe den Angehörigen der tödlich verunglückten Frau sowie den vielen Schwerverletzten. Es ist nur zu hoffen, dass es den Verletzten bald wieder besser geht. Mein Dank gilt auch den Einsatzkräften, die einmal mehr Großartiges geleistet haben, die Rettungskette hat einwandfrei funktioniert. Jetzt gilt es, die Unfallursache lückenlos aufzuklären".

Businsassen verließen Unfallstelle

Offenbar unverletzt gebliebene Businsassen haben nach dem Zugsunglück laut Polizei die Unfallstelle verlassen, ehe die Einsatzkräfte eintrafen. Sie werden nun ersucht, sich bei der Verkehrsinspektion oder einer anderen Polizeidienststelle zu melden. Es sei bisher unklar, wie viele Fahrgäste im Bus der Linie 33 mitgefahren sind, sagte Polizeisprecher Leo Josefus.

Gegen Mittag wurde die Unfallstelle immer noch vermessen und Fotos von den Ermittlern gemacht. Laut Josefus haben die Beamten mit der Befragung von Zeugen begonnen. Die Bahnstrecke blieb vorerst gesperrt, ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Umleitungen gab es auch für den Verkehr in der Grottenhofstraße. Für die Bergung des Zuges sowie des Busses wird schweres Gerät benötigt. Unklar ist noch, wie man vor allem zum Zug vorrücken kann, da die Gleise an der Unfallstelle nahe an Häusern und Infrastruktur liegen.

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