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Chronik Österreich
12/05/2011

Kinder suchen sich selbst Anreize

Frühkindliche Entwicklung: Dinge, die für Kinder interessant sind, werden bald ausgeforscht.

Die zweijährige Paula sagt zum Familienhund noch "Wauwau". Müssen sich ihre Eltern deshalb nun Sorgen um ihren Wortschatz und ihre Lernfähigkeit machen? "Viele Eltern haben Angst, ihr Kind könnte zu kurz kommen und überfordern es schon im Kleinkindalter", sagt Ursula Kastner-Koller, Professorin am Institut für Entwicklungspsychologie und Psychologische Diagnostik der Universität Wien.

Dem Kleinkind sollte man die Zeit gewähren, sich in Ruhe mit einer neuen Sache zu beschäftigen, betont sie. In den ersten beiden Lebensjahren findet die primäre Entwicklung und Ausbildung des Sprachzentrums und der Motorik statt", erklärt Kastner-Koller. Ein Kleinkind mit zwei Jahren sollte rund 50 Worte kennen - dies können ruhig vereinfachte, kindgerechte Bezeichnungen sein.

Kein Muss

Eltern sollten sich auf keinen Fall unter Druck setzen: "Förderung bedeutet, auf eine gute Beziehung zum Kind zu achten und dem zu folgen, wofür das Kind Interesse zeigt." Die Expertin rät Eltern auch, sich vom "Muss-Faktor" wegzubewegen. Zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr entwickeln Kinder starkes Interesse für die Personen in ihrer Umgebung. Schon wenige Wochen nach der Geburt lächelt das Kind seine Eltern an und stellt so einen Austausch über Blickkontakte her.

Auch die Motorik entwickelt sich in den ersten beiden Lebensjahren sehr stark weiter. Babys greifen nach Gegenständen, die sie ansprechen. "Das Kind sendet Signale aus, und die Eltern sollten diese Signale wahrnehmen und darauf reagieren", meint Kastner-Koller.

Tempo

Vorsicht sei erst dann angebracht, wenn gewisse Meilensteine der normalen Entwicklung nicht eintreten wollen: "Wenn ein Kind zwischen ein und zwei Jahren keinerlei Interesse an Personen zeigt, keine zielgerichtete Motorik entwickelt oder bestimmte Bereiche immer nur vermeidet, sollte mit dem Kinderarzt Rücksprache gehalten werden", rät die Psychologin. Da jedes Kind sein eigenes Tempo hat - was auch in Ordnung ist - muss es sich nicht immer zwangsläufig um Entwicklungsverzögerungen handeln. Dennoch sei es besser, lieber einmal zu oft mit dem Arzt zu sprechen als zu wenig. Zudem: "Kinder sind von Geburt an aktiv und sollten eine Umgebung mit ausreichend vielen Anregungen vorfinden."

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