Chronik | Österreich
16.10.2018

Kickl-eMail: Ein Mitinitiator steht vor Karrieresprung

„Strukturelle Neuaufstellung“ der Öffentlichkeitsarbeit dürfte zu Beförderung eines der beiden Mail-Verantwortlichen führen.

Nach dem Bekanntwerden jenes mittlerweile berühmten eMails, in dem KURIER, Standard und Falter als „kritische Medien“ eingestuft wurden, kündigte Innenminister Herbert Kickl ( FPÖ) eine Neuordnung der Kommunikations-Richtlinien an. Nun dürfte einer der beiden Initiatoren des Mails laut KURIER-Informationen vor einem Karrieresprung stehen. Der Kommunikationsverantwortliche Alexander Marakovits dürfte Gruppenleiter werden – nur noch eine Position direkt unter dem Sektionschef.

Das Innenministerium dementiert das nicht, will es aber umgekehrt im Detail auch nicht bestätigen. Laut Ressortsprecher Christoph Pölzl sei „eine strukturelle Neuaufstellung der Kommunikationsagenden“ geplant. Ziel sei es, „die Verantwortung für die Medienkommunikation auf eine breitere Basis zu stellen.“ Derzeit sei man allerdings noch in der Planungsphase, weshalb keine näheren Informationen darüber erteilt werden können.

Nach der neuen Sektion V Fremdenwesen dürfte es laut Insidern zu einer weiteren Vebreiterung der Verwaltung kommen. Die Sektion I (unter Karl Hutter) besteht derzeit aus drei Gruppen. In der Gruppe B sind Sicherheitspolitik, Internationales, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit zusammengefasst. Die Pressearbeit soll herausgebrochen werden und ab Jahreswechsel als vierte Gruppe dazukommen. Die Leitung muss noch ausgeschrieben werden, aber intern heißt es, dass Marakovits diese übernehmen wird. Bekannt wurde der Burgenländer in der Öffentlichkeit etwa durch umstrittene Rekrutierungsmaßnahmen von Polizisten und durch das berühmte eMail, das laut Einleitung von Marakovits und Pölzl gemeinsam stammen soll.

Prominente Facebook-Freunde in der FPÖ

Neu besetzt wurde per 1. Oktober auch der im Kickl-Kabinett zuständige Posten „für Kommunikation“ mit Alfred Dohr – er wird der bereits 18. Fachreferent. Der Ex-Bezirksjournal-Chefredakteur und Autor war auch für die rechte Internet-Seite unzensuriert.at beim umstrittenen Besuch des dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf in Paraguay mit dabei. Zu seinen nur 74 Facebook-Freunden zählt das who-is-who der FPÖ: Vizekanzler Heinz-Christian Strache, Graf, die Wiener FP-Granden Dominik Nepp und Udo Guggenbichler oder FP-Generalsekretär Christian Hafenecker.