Keine Hinweise auf das Räuber-Duo
Am Tag nach dem brutalen Überfall auf die Sparkasse Asten (OÖ) versuchten die involvierten Bankmitarbeiter am Mittwoch, ihrem gewohnten Alltag nachzugehen. Alle neun Angestellten, die von einem Räuber-Duo überwältigt und als Geiseln genommen worden waren, erschienen in der Früh am Arbeitsplatz.
Das Angebot des Unternehmens, daheim zu bleiben, wollte keiner in Anspruch nehmen. „Wir sind sehr froh, dass es ihnen wieder halbwegs gut geht – es musste auch keiner vorzeitig heimgehen“, sagt Sparkassen-Sprecher Roland Öhler. Die Betroffenen können jederzeit psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Der einzig sichtbare Unterschied zu einem normalen Arbeitstag war, dass Securitys den Eingang zur Bank sicherten.
Für Aufregung hatte ein laut Sparkasse OÖ erfundenes Interview der Gratiszeitung Österreich samt falschem Foto des Filialleiters gesorgt. Öhler: „Wir überlegen Konsequenzen.“
Normalität
„Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn dir einer die Krach`n an den Kopf hält", sagt Herbert P., der vis-á-vis ein Gasthaus hat. Vier Mal wurde er bereits Opfer von Einbrechern – zu Gesicht hat er aber keinen bekommen. Am Vormittag sei er in der Bank gewesen und habe mit dem Lehrling gesprochen, der unter den Geiseln war: „Er kann schon wieder lachen. Was in ihm drin vorgeht, weiß man nicht."
Am Tag nach einem Überfall zu arbeiten, kann sich Trafikantin Melissa P. schlecht vorstellen: „Es ist sogar für mich ungut zu wissen, dass das nebenan passiert ist." So sieht es auch Samra M. aus dem Tankstellen-Shop: „Ich weiß nicht, wie ich so etwas verkraften würde. Vielleicht hilft es, schnell zur Normalität zurückzukehren."
Fahndung
Von den Tätern fehlt weiter jede Spur. Die Polizei sucht Zeugen, die sich am Dienstagvormittag auf dem Rastplatz St. Valentin aufhielten. Dort wechselten die Räuber das Fluchtauto. Sie hinterließen einen weißen Skoda Fabia, der am 18. Oktober in einem Autohaus in Steyr gestohlen worden war. Darauf waren die Kennzeichen PE-689BU montiert, die am 22. Oktober am Bahnhof St. Valentin verschwunden waren.
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