Hochsaison herrscht derzeit für die Kärntner Wasserrettung

© /Josef Kuess

Kärnten
07/18/2015

Kärntner Rettern steht das Wasser bis zum Hals

Landessubventionen für die Helfer noch ausständig. Die Aufrechterhaltung des Status quo ist fraglich.

von Thomas Martinz

Hochsaison haben derzeit die Wassersportler und Hobbyschwimmer in Kärnten – und folglich auch die Wasserretter. Doch ausgerechnet jetzt steht den ehrenamtlichen Helfern das Wasser bis zum Hals. Sie wissen nicht mehr, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen und überlegen eine Reduzierung des Betriebs.

Der Kärntner Landesverband der Wasserretter ist der größte Österreichs. 1300 Mitglieder zählt er, 25 Einsatzstellen, 45 Einsatzboote, 15 Fahrzeuge sowie ein umfangreiche Ausstattung. Das Rettungsförderungsgesetz regelt die finanziellen Zuschüsse: Die Gemeinden zahlen in einen Topf und das Land Kärnten verdoppelt schließlich den Betrag. "370.000 Euro beträgt die Förderung pro Jahr, die Summen werden monatlich ausbezahlt. Das ist sowieso zu wenig, um den laufenden Betrieb zu finanzieren. Jetzt ist noch dazu die Überweisung vom Juni ausständig", berichtet Heinz Kernjak, Leiter des Landesverbandes.

Aus dem Büro der zuständigen Referentin, Beate Prettner (SPÖ), heißt es, dass die Akontozahlung für den Monat Juli "um ein paar Tage verspätet ist, weil es in der Buchhaltung einen Krankenstand gab." Eine Erhöhung der Subvention sei nicht möglich. Und diese betrage im Übrigen 388.500 und nicht 370.000 Euro.

Einschränkungen

Kernjak macht deutlich, dass die Kassen so oder so leer sind. "Die Selbsterhaltungskosten steigen, Geräte müssen gewartet, Boote versichert werden. Wir finanzieren uns ja schon mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Mitglieder greifen inzwischen bei der Anschaffung von Geräten oder Bekleidung selbst in die Taschen. Wir denken nun eine Reduzierung des Betriebs an, weil ich persönlich gehe nicht auf die Bank und mache Schulden", betont er. Zumal man bereits an allen Ecken und Enden spare, mit den Förderungen dennoch kaum das Auslangen finde.

Bei der Bewertung der Subventionshöhe müsste man ebenfalls berücksichtigen, dass die Zahl der Einsätze von Jahr zu Jahr steigt, was auf das geänderte Freizeitverhalten zurückzuführen sei. "650 Menschen wollen im Rahmen einer Veranstaltung den Wörthersee überqueren, am 1. Jänner gibt es das Neujahrsschwimmen, letzte Woche das Mondscheinschwimmen. Die trainierenden Triathleten schwimmen mitten im See, gefährden sich und andere." Das sei noch nicht alles. "Und dann landen pro Jahr 130 Akroflieger (Paragleiter, Anm.), die schwierige Figuren proben, im Ossiachersee. Wir sind immer zur Stelle. Und es ist ja nur bedingt möglich, von den Menschen Geld zu verlangen", berichtet Kernjak.

Filmen statt Helfen

Sein Kollege, Sylvester Kraßnig, berichtet, dass die ehrenamtliche Tätigkeit zu allem Überfluss von neugierigen Schaulustigen zusehends erschwert werde. "Wir wollen helfen, viele Menschen wollen hingegen das Unglück filmen. Oder sie beschweren sich, dass Handtücher oder Zigarettenpackerln wegfliegen, weil der Hubschrauber im Bad landet."

Zumindest Nachwuchssorgen sind der Kärntner Wasserrettung komplett fremd, obwohl für die jungen Kräfte der Gratis-Eintritt im Bad meist das einzige "Zuckerl" ist. "Aber unser Motiv ist ja die Freude am Helfen", betont Kristyna Zandova, die gerade neu bei der Wasserrettung angeheuert hat.

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