Chronik | Österreich
06.09.2018

Kärnten: Kinderarzt von Missbrauchsvorwurf freigesprochen

Prozess am Landesgericht Klagenfurt nach Vorfall im April 2016. Gutachter entlasteten Mediziner.

Ein Kinderarzt ist am Donnerstagnachmittag am Landesgericht Klagenfurt vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen freigesprochen worden. Dem Mann war zur Last gelegt worden, einen damals zwölfjährigen Buben während einer Untersuchung unsittlich berührt zu haben, zwei Gutachter entlasteten den Mediziner aber.

Der Vorfall hatte sich im April 2016 ereignet: Dabei hatte der Kinderarzt den Buben, der wegen anhaltender Bauchschmerzen ins Krankenhaus gekommen war, auch im Genitalbereich abgetastet. "Wenn man dem Kind folgt, ist diese Untersuchung nicht lege artis (nach den Regeln der ärztlichen Kunst, Anm.) erfolgt, weder von der Zeit noch vom Ausmaß her", hatte Staatsanwältin Sandra Agnoli in ihrem Anklagevortrag gesagt.

Der Kinderarzt bekannte sich vor Gericht nicht schuldig, die Vorwürfe seien "schlimm, falsch und unwahr". Er habe die Untersuchung so wie vorgesehen durchgeführt. Auch die beiden Gutachter kamen zu dem Schluss, dass die Untersuchung medizinisch notwendig gewesen und lege artis durchgeführt worden sei. Das führte auch schließlich zum Freispruch durch den Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Dietmar Wassertheurer.