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Kärnten/Klagenfurt
11/04/2014

Juwelier überfallen: Sechs Jahre Haft

Der 27-jähriger Serbe war geständig. Sein Komplize ist nach wie vor flüchtig.

Ein 27-jähriger Serbe ist am Dienstag wegen eines Raubüberfalls auf einen Klagenfurter Innenstadtjuwelier im März 2013 nicht rechtskräftig zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann war geständig, sein Komplize ist nach wie vor flüchtig. Das Duo wurde von den Ermittlern der "Pink Panther"-Bande zugerechnet, beweisen ließ sich das aber nicht.

Die beiden Männer hatten Schmuck und Uhren im Wert von rund 150.000 Euro erbeutet. Mit einer täuschend echt aussenden Pistole war der 27-Jährige in das schon Wochen zuvor ausgekundschaftete Geschäft gestürmt. Er stieß eine Angestellte in einem Hinterzimmer zu Boden, die zweite zwang er mit vorgehaltener Waffe, den Tresor zu öffnen. Währenddessen schlug der zweite Täter, ein 33-jähriger Serbe, mit einem Hammer die Vitrinen ein und räumte sie aus. Das Duo flüchtete auf Fahrrädern, die es in dem Hotel ausgeborgte hatte, in dem es wohnte. Ein Passant schoss ein Handyfoto, auf dem eines der Räder zu sehen war. So kam die Polizei den beiden Verdächtigen auf die Spur.

Im Mai wurde der Angeklagte in Deutschland aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen. Vor Gericht gab er an, die Beute in Wien in einem Gold-Ankauf-Geschäft verkauft zu haben - um knapp 20.000 Euro. Welches Geschäft genau das war, wusste er nicht mehr. Das Geld hätte er sich mit dem Kollegen geteilt. Er erzählte Richter Norbert Jenny und den Schöffen von seiner schwierigen Kindheit im Krieg, dem Vater, der die Familie verlassen hatte, und Schulden, die ihn schließlich zu der Tat getrieben hätten. Schließlich entschuldigte er sich mehrmals für sein Verbrechen.

Kein Milderungsgrund

Richter Jenny kaufte dem Angeklagten seine "rührselige Geschichte" nicht ab, auch das Geständnis war für die Schöffen kein Milderungsgrund. Jenny: "Von einem reumütigen und umfassenden Geständnis kann keine Rede sein." Der Angeklagte habe nur zugegeben, was ohnehin nachgewiesen worden war. Der Richter betonte, dass zwei Angestellte bedroht und verletzt wurden, der Wert der Beute hoch und die Tat gezielt geplant und brutal durchgeführt worden sei.

Verteidiger Gunther Huainigg kündigte Berufung an. Staatsanwalt Helmut Jamnig gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

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