Chronik | Österreich
15.05.2018

Anrainer kämpfen weiter gegen Donauturm-Lokal

Die Stadt prüft nun Gutachten und Einwände. Lokalbetreiber rechnen mit "Soft Opening" in Kürze

Das Tauziehen um die Gastronomieprojekte am Donauturm ging am Montag in die nächste Runde. Fünf Stunden wurde bei der Verhandlung für die Betriebsanlagengenehmigung diskutiert. Wie berichtet, fürchten die Anrainer der benachbarten Kleingartensiedlung Donaupark unter anderem durch das ebenerdige Bierlokal ein „Lärm- und Verkehrschaos“.

Die Donauturm-Betreiber versuchten am Montag zu kalmieren. „Der Gastgarten wurde so konzeptioniert, dass er auf jener Seite angelegt wird, die der Kleingartensiedlung abgewandt ist. Weiters sind Schallschutzwände geplant.“ Auch ist man sicher, den Verkehr in guter Qualität abwickeln zu können.

Zweifel am Gutachten

Die Anrainer konnte das nicht überzeugen. „Wie soll sich allein die An-und Abfahrt logistisch ausgehen?“, fragt sich Anrainer Robert Buchacher. Künftig soll es 1000 Sitzplätze am Areal geben. Aber: „Der Parkplatz ist doch schon voll, wenn die 40, 50 Mitarbeiter, die es wohl brauchen wird, mit dem Auto kommen.“

In puncto Lärm meinte Roman Melcher: „Die Gegend trägt Geräusche sehr gut. Im Lärmgutachten wird aber behauptet, dass sich die Situation nur um ein Dezibel ändern wird. Durch das Bierlokal soll es 420 zusätzliche Plätze geben. Und das soll sich nicht auf den Lärmpegel auswirken?“

Vor allem die Nachtruhe bereitet den Anrainern Sorge. Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy ( SPÖ) sicherte zwar zu, sich für eine 22-Uhr-Sperrstunde des Gastgartens einzusetzen. Heidi Sequenz, Klubobfrau der Grünen Donaustadt, bezweifelt das aber. Und auch in der Aussendung der Donauturm-Betreiber hieß es am Montag, dass man im Donaubräu bis 23 Uhr im Freien sitzen könne. Dafür wolle man das Donaucafé, das der Kleingartensiedlung zugewandt ist, „im Sinne des guten Einvernehmens mit den Anrainern“ um 21 Uhr schließen.

Nun ist die Stadt am Zug. Es gilt, die Gutachten und Einwände zu prüfen. Die Donauturm-Betreiber sind positiv, in Bälde mit einem "Soft Opening" starten zu können.

Roman Melcher rechnet auch damit, dass „dieses hoffnungslos überdimensionierte Projekt von der Stadt durchgepeitscht wird“. Er bereitet daher den nächsten Schritt vor: Den Gang zum Landesverwaltungsgericht.