The house in which Adolf Hitler was born is seen in the northern Austrian city of Braunau am Inn September 24, 2012. A suggestion to turn the Austrian house where Adolf Hitler was born into normal residential space has triggered a debate about how best to use an empty property still laden with historic baggage decades after World War Two ended. The man who became Nazi dictator was born in the house in Braunau on the Inn, a town near Salzburg on the German border, in April 1889. His family lived there only three years, but his link to the three-storey building has left an indelible mark. REUTERS/Dominic Ebenbichler (AUSTRIA - Tags: SOCIETY POLITICS)

© Reuters DOMINIC EBENBICHLER

Mussolini-Haus jetzt Kulturzentrum
10/19/2016

Hitler-Haus: Bürgermeister von Duce-Stadt gegen Abriss

"Niemand würde ein Konzentrationslager abreißen", sagt der Bürgermeister.

Giorgio Frassineti, Bürgermeister der norditalienischen Ortschaft Predappio, Geburtsort des Diktators Benito Mussolini (1883-1945), kritisiert Pläne zum Abriss des Hitler-Geburtshauses in Braunau. "Gebäude, die die Geschichte bezeugen, sollten nie abgerissen werden. Auch Konzentrationslager sind verwunschene Orte, doch niemand würde sie abreißen", sagte Frassineti.

"Verwunschene Orte sollen dazu anregen, über die eigenen Fehler und dem Horror nachzudenken. Sie sind eine Mahnung für die Zukunft (...) Ich kenne den Bürgermeister von Braunau, er ist gegen den Abriss von Hitlers Haus", sagte Frassineti im Interview mit der Tageszeitung "Il Giornale". Im September war er mit dem diesjährigen Austrian Holocaust Memorial Award ausgezeichnet worden.

Frassineti ist kein Nostalgiker. Er gehört der Demokratischen Partei (PD) um Premier Matteo Renzi an. In seinem Predappio befindet sich das Geburtshaus Mussolinis. "Wir haben Mussolinis Haus in ein Kulturzentrum umgewandelt, das Seminare und Ausstellungen beherbergt. In Mussolinis Haus spricht man über Geschichte und Kunst", betonte Frassineti.

Dass Predappio auch Pilgerort für faschistische Nostalgiker bleibt, hält Frassineti für unvermeidbar. Diese seien jedoch lediglich zehn Prozent aller Besucher in Predappio. "90 Prozent sind Personen, die aus kulturellen, oder geschichtlichen Gründen nach Predappio kommen", kommentierte der Bürgermeister.

In Predappio soll dank Frassinetis Einsatz 2019 das erste Faschismus-Museum Italiens eingeweiht werden. Es soll im früheren Hauptquartier der Faschistischen Partei in dem 40 Kilometer südwestlich von Ravenna gelegenen Ort eingerichtet werden. Mit dem Museum soll an die 21-jährige Herrschaft der Faschisten in Italien erinnert werden.

Mussolini war im Jahr 1883 als Sohn eines sozialistisch gesinnten Schmiedes in Predappio unweit von Rimini zur Welt gekommen. Er ist in dieser Kleinstadt auch begraben. Hier befindet sich ein Museum mit Bildern, Dokumenten und Briefen des Diktators, das jährlich von Tausenden von Nostalgikern des Faschismus besucht wird.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.