Chronik | Österreich
30.07.2018

Heuriger Juli sehr warm und größtenteils sehr trocken

Klimatologen registrierten heuer bereits fünf außergewöhnlich warme Monate.

Der heurige Juli war im Vergleich sehr warm und sehr trocken. Es fielen laut vorläufiger ZAMG-Bilanz 38 Prozent weniger Niederschlag als im Jahres-Mittel und es gab sieben Prozent mehr Sonnenstunden. Klimatologen registrierten damit heuer bereits fünf außergewöhnlich warme Monate.

Auf den drittwärmsten Jänner der Messgeschichte folgten die deutlich zu kühlen Monate Februar und März. Der April war der zweitwärmste, der Mai der viertwärmste und der Juni der zehntwärmste der Messgeschichte. Der heurige Juli wird sich nun unter die 15 wärmsten Juli-Monate der 252-jährigen Messgeschichte reihen.

"Lange Zeit sah es nach einem eher durchschnittlichen Juli aus. Aber durch die Hitzewelle am Monatsende wird er um 1,3 Grad und damit deutlich über dem vieljährigen Mittel liegen", berichtete Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Zu Beginn des Monats war es stellenweise noch ungewöhnlich kalt. Die tiefste Juli-Temperatur registrierte die ZAMG am 2. Juli mit 2,3 Grad in Zwettl (Niederösterreich). Das ist hier die tiefste Juli-Temperatur seit 1984.

Überdurchschnittlich viele Hitzetage

Die Zahl der Hitzetage (mindestens 30 Grad) liegt in diesem Juli im Großteil Österreichs über dem Durchschnitt, im Osten sogar deutlich darüber. Die meisten Hitzetage des Monats verzeichnete Hohenau/March ( Niederösterreich): Berücksichtigt man die Prognosen bis Monatsende, kommt Hohenau auf 16 Hitzetage.

Im Großteil des Landes brachte der Juli 2018 um 50 bis 75 Prozent weniger Niederschlag als ein durchschnittlicher Juli. Die trockensten Regionen lagen dabei vor allem in Teilen von Vorarlberg, Nordtirol, Salzburg und Oberösterreich. Um 25 bis 82 Prozent mehr Niederschlag als im Mittel gab es in diesem Juli im Weinviertel und im Raum Wien.

In einigen Regionen setzt sich die seit Monaten andauernde Trockenheit fort. An der ZAMG-Wetterstation in Linz zum Beispiel gab es seit Jänner nur 265 Millimeter Niederschlag. So trocken war es hier seit Messbeginn im Jahr 1852 noch nie. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Jahr fallen von Jänner bis Juli in Linz 526 Millimeter Niederschlag.

Keine großräumigen Gewitterfronten

Der Juli 2018 brachte zwar lokal einige heftige Gewitter und Unwetter, aber keine großräumigen Gewitterfronten. Das Österreichische Blitzortungssystem ALDIS registrierte im Juli 2018 rund 15.000 Blitzeinschläge (Wolke-Erde-Blitze) in Österreich. So wenige gab es im Juli seit Messbeginn von ALDIS im Jahr 1992 noch nie. Zum Vergleich: Der Juli 2017 brachte rund 47.000 Blitzeinschläge, der Juli 2016 rund 50.000 und der Juli 2015 rund 70.000.

Vergleicht man die ersten sieben Monate, rangiert das Jahr 2018 derzeit unter den wärmsten Jahren der Messgeschichte. "Für den Zeitraum Jänner bis Juli liegt 2018 um 1,6 Grad über dem vieljährigen Mittel und damit auf dem dritten Platz der 252-jährigen Messgeschichte", sagte Orlik. "In der Auswertung der ersten sieben Monate waren nur 2007 und 2014 wärmer als 2018."