Chronik | Österreich
25.07.2018

Helmut Elsner bleibt das Gefängnis weiterhin erspart

Ein neues Gutachten, das vom Gericht in Auftrag gegeben wurde, bescheinigt dem Ex-Bawag-Chef Haftuntauglichkeit.

Ex-Bawag-General Helmut Elsner bleibt das Gefängnis weiterhin erspart. Wie der KURIER recherchierte, hat ein Facharzt für Gefäßkrankheiten soeben ein neues Gutachten abgeliefert, das den wegen Millionen-Untreue zu zehn Jahren Haft verurteilten 83-Jährigen für nicht vollzugstauglich befindet. Das Gutachten wurde Elsner zugestellt, wie die Sprecherin des Wiener Landesgerichts, Christina Salzborn, bestätigte. Noch liegt kein richterlicher Beschluss auf weitere Haftuntauglichkeit vor, mit einem solchen ist jedoch in Kürze zu rechnen.

Seit Februar dieses Jahres musste Elsner bangen, seinen Lebensabend womöglich doch noch hinter Gittern verbringen zu müssen. Ein Wiener Kardiologe hatte ihn im Auftrag des Gerichts untersucht und zumindest aus kardiologischer Sicht für haftfähig befunden, auch wenn sich der Gesundheitszustand Elsners laut Gutachten seit dem letzten Befund in Jahr 2012 nicht gebessert habe.

Millionenverluste

Helmut Elsner, der als Bawag-Chef die Millionenspekulationen des US-Investmentbankers Wolfgang Flöttl in Auftrag gegeben und die Bank durch Totalverluste an den Rand des Abgrundes gesteuert hatte, saß von seiner Strafe viereinhalb Jahre ab. Dann wurde der Herzkranke aus gesundheitlichen Gründen aus dem Gefängnis entlassen und für haftuntauglich erklärt.

Das neue Gutachten bestätigt nun diese Haftuntauglichkeit, womit der in Wien lebende Elsner weiterhin auf freiem Fuß bleiben darf.